Dienstag, 27. September 2011

Quito

Hallo, Freunde der Sonne,

vorweg: Es ist endlich vollbracht, ich habe meinen censo (dt. ecuadorianische ID). Yeehhaaa!!!!

Bevor wir das laute und abgasgeschwaengerte Quito vermutlich morgen gen Ambato verlassen, hier nur kurz ein paar Eindruecke von Ecuadors Hauptstadt.
Nachdem ich die ersten Tage hier nur irgendwelchen Formularen, Rucksaecken und Beamten hinterhergelaufen bin, konnte ich mir am Wochenende endlich mal ein bisschen Quito und Umgebung anschauen.

Gemeinsam mit Franzi und Suzi, die seit Samstag ebenfalls bei mir im Hostal wohnen, und zwei Schweizerinnen von ihrer Sprachschule ging´s rauf auf Quitos Hausvulkan, den Pinchincha: 4100 m hoch, mit einer Seilbahn erreichbar und nur noch ganz selten aktiv (letzter Ausbruch: 1999).*toi,toi,toi*

Mit dem Vorhaben Quito von oben bei Dunkeheit zu fotografieren, verblieben wir ein paar Stunden dort oben und genossen die atemberaubende Aussicht.

Die Hoehe machte mir ueberraschenderweise ueberhaupt nichts aus. Das laesst natuerlich hoffen fuer den Aufenthalt in unserer Huette auf 3600 m.

Leider wurde unser Plan durch aufziehenden Nebel durchkreuzt, so dass wir gegen 18 Uhr, in voelliger Dunkelheit wieder runtergondelten mitten in den Platzregen hinein.

Nach einer Taxifahrt durch halb geflutete Strassen wieder zum Hostel, genossen wir durchnaesst erstmal ein paar Vitaminbomben in Form einiger Tropenfruechte:
Eine Pitahaya; sieht aus wie eine gelbe Handgranate, hat weisses Fruchtfleisch mit kleinen braunen Kernen zum Mitessen, Geschmack: suesslich, sehr saftig. Bis dato meine Lieblingsfrucht.

Eine Grenadilla, aussen hart und innen ganz weich, ehrlich! ;-) Das Fruchtfleisch sieht aus wie ein weisser, schleimiger Granatapfel, schmeckt sehr suess und ist zum Ausloeffeln. (Der Adapter dient uebrigens als Massstab)


Den Sonntag verbrachten wir dann in der Altstadt, wo wir eine abgefahrene Basilika besichtigten und uns die Altstadt anschauten, die mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe erklaert wurde.

                                         Sicht auf Quitos Altstadt von der Basilika aus
                                                                    die Altstadt

Nachdem nun die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten besucht und alle Censos beantragt wurden, hoffen wir, dass wir heute noch gruenes Licht bekommen und morgen ins beschauliche und ruhige Ambato zu unseren Kontaktpersonen Silvia und Anita sowie zu unseren Gastfamilien reisen koennen.

Dort, so sieht es die Planug vor, sollen wir uns erstmal eine Woche akklimatisieren und ggf. schon mal unserer Huette im Bergdorf El Salado einen Besuch abstatten. Wie es scheint, muss dort noch eine Menge geputzt und gepinselt werden, bevor wir es uns so richtig gemuetlich machen koennen.

Wenn also alles nach Plan lauft, wird bereits mein naechster Post aus Ambato kommen.

Zum Abschluss die Fotos von meinem Rucksack vor der Wiederbelebung und dem Schutzbeutel:


Bis bald und alles Gute.
Eure Marijke

Freitag, 23. September 2011

Glueck im Unglueck

Hallo, ihr Lieben,

hier der erste post aus Ecuador!
Nachdem die letzten Vorbereitungen getroffen waren, ging es am 20. September endlich los. Der Flug nach Quito verlief ohne Zwischenfaelle. Sogar der Transit in den USA klappte trotz immigration office, Zoll und Sicherheitscheck reibungslos.

In Quito angekommen, dann der grosse Schock: Ich erblickte meinen Rucksack, der in seinem Schutzbeutel auf dem Kofferband vor mir lag. Die erste Freude darueber, dass er sofort das richtige Ziel erreichte, verflog in Sekunden, als ich den voellig zerfetzten Beutel sah, ganz so als waere er irgendwo in ein Getriebe gekommen und gewaltsam herausgerissen worden.(Fotos folgen im nachsten post)

Der Rucksack bot einen traurigen Anblick: das Tragesystem, die Schultergurte, waren an einigen Stellen gerissen und der Rucksack hatte auf der Rueckseite einige Loecher. Es war ein kompletter Totalschaden.

Doch bei allem Unglueck hatte ich auch das Glueck, dass ich im Flugzeug Diego, einen franzoesisch-schweizerischen Diplomaten kennenlernte, der mir erstens sofort half, den Schaden von einer Mitarbeiterin aufnehmen zu lassen und zweitens mit mir im Taxi zu meinem Hostal fuhr, da er auch ganz in der Naehe sein Hotel hatte.

Das Taxifahern ist hier auch so ein Abenteuer fuer sich: Hinten auf der Rueckbank gibt es naemlich keine Gurte und per Gesetz muessen nur Fahrer und Beifahrer angeschnallt sein. Dazu fahren die taxistas wie die Wildsaeue. Rote Ampeln werden gnadenlos ueberfahren stattdessen wir einfach vor der Kreuzung gehupt, damit der kreuzende Verkehr weiss, dass er bremsen sollte, ufff!

Nun, im Hostal ankommen der weitere glueckliche Zufall: Die beiden Hostelbetreiber sind beide total nett und sprechen beide deutsch, was mir in meiner Uebermuedung erstmal sehr entgegenkam. Sie sollten mir die naechsten Tage eine grosse Hilfe beim Einleben sein.
Gerd, der Besitzer, 82 Jahre alt, Hamburger und seemaennisches Original hat das Hostal vor zehn Jahren, also mit 72 Jahren, eroeffnet und ist sehr auf Sauberkeit und Sicherheit bedacht, weswegen ich mich auf der Stelle sehr wohlfuehle.

Nun, gestern ging´s dann wieder zum Flughafen, um den Rucksack zu reklamieren und somit direkt ins naechste Unglueck:
American Airlines weigerte sich mir einen Scheck fuer meinen total zerstoerten Rucksack auszustellen.
Einzige Moeglichkeit: American Airlines laesst den Rucksack im Flughafen reparieren, wenn dass nicht geht, wird er weiter nach Dallas ! geschickt, Dauer. 3 Wochen. Wenn sie ihn da nicht repariert kriegen, dann schicken sie mir einen neuen Rucksack, von welcher Qualitaet und Groesse auch immer.

In Anbetracht der Tatsache, dass ich am Mittwoch weiter reisen muss und dann den Rucksack brauche, eine absolut inakzeptable Loesung und dreist noch obendrein.
Ausserdem muesste ich mir dann ja einen Neuen kaufen, der mal eben 140 $ (100 Euro) kosten wuerde, wie eigene Recherche bewies. Und dann auch noch selber bezahlen!!

Ich verfluche also kurz innerlich American Airlines, schwore mir nie wieder mit diesem Verein zu fliegen und entscheide mich meinen Rucksack eben selber zu reparieren, was ich im uebrigen schon erfolgreich getan haben. Besser haetten die inkompetenten Nasen vom Flughafen es auch nicht gemacht!

Mittlerweile habe ich schon mein Visum registrieren lassen, auch nicht ganz so einfach - Die Buerokratie wurde ja auch schliesslich in Ecuador erfunden- aber der erste Schritt ist geschafft.

Ansonsten sind die quiteños, die Einwohner Quitos, sehr nett und hilfsbereit und auch die Stadt verspricht noch einiges Sehenswertes.
So werde ich am Wochenende dann mit Franzi und Suzi, die mich mittlerweile schon besucht haben, Quito unsicher machen. Dann habe ich endlich mal Zeit fuer´s sightseeing.

Am Dienstag geht¨s dann mit der ecuadorianischen ID in die naechste und letzte Runde, so dass wir alle drei hoffentlich am Mittwoch gen Ambato aufbrechen koennen. Ob das Busfahren genauso abenteurlich ist wie das Taxifahren und wir die Reise ohne Diebstahl etc. ueberstehen werden, schreibe ich euch im naechsten post.
Bis dahin. Eure Marijke

P.S.: Ach ja, ich habe uebrigens die Kommentar- Funktion freigeschaltet. Ihr koennt mir also gerne einen Kommentar hinterlassen, wenn ihr wollt! Wuerde mich sehr freuen :-)!

Donnerstag, 8. September 2011

Ecuadorianische Fischledertaschen und andere erfreuliche Geschichten

Seit dem letzten post hat sich so einiges getan.

Am Montag und Dienstag habe ich die dritte und letzte Tollwutimpfung bzw. die Gelbfieberimpfung erhalten ... und auch überlebt.
Für letztere musst ich extra ins Reisemedizinische Impfzentrum der Uniklinik Kiel, wo mir nicht nur Lebenimpfstoff unter die Haut gespritzt sondern ich auch mit Infomaterial zu Malaria, Gelbfieber und Co überhäuft wurde.
Da mein erster gelber Impfpass angeblich ein veraltetes Gelbfieberformular enthält, bekam ich dazu noch gleich ein zweites Exemplar nur für die Gelbfieberimpfung. Scheinbar sollte ich das Sammeln von Reisedokumenten zu meinem neuen Hobby erklären.

Gestern war dann der große Tag: Das Visum sollte abgeholt werden!
Also ab nach Hamburg mit einer Mitfahrgelegenheit: Jutta, eine sympathtische Kölner Frohnatur, entpuppte sich im Laufe eines interessanten Gesprächs über Gott und die Welt als Mitbegründerin des Modelables Elbkind.
Eine Firma, die abgefahrene Sachen wie Fischledertaschen herstellt (nein, ich habe mich nicht verschrieben) und auch noch eine Fertigungsstätte in Quito, Ecuador hat!
Da kann man kaum noch an Zufälle glauben, oder??!!

Nach einer angenehmen und kurzweiligen Fahrt ging's dann mit der U-Bahn weiter zum Konsulat.

In der Erwartung ein stark bewachtes Gebäude mit Pförtner und Wachen oder so vorzufinden, machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Haus und wurde eines besseren belehrt:
Das Konsulat befindet sich in einem unscheinbaren Mehrfamilienhaus und statt eines Pförtners und Polizei etc. steht dort nur ein riesiges Baugerüst, das die Fassade verdeckt. Wenn ich nicht das Klingelschild inspiziert und das hinter dem Baugerüst verborgene ecuadorianische Wappen entdeckt hätte, wäre ich wohl ungläubig weitergezogen.

Nun, geklingelt habe ich dann doch, wurde von einer freundlichen Mitarbeiterin des Konsulats empfangen und nach einer geschlagenen Stunde, in der mehrere Antragsformulare akribisch begutachtet, in mehrfacher Ausführung unterschrieben sowie die Visumsgebühr bezahlt wurde, kann mich nun endlich als stolze Besitzerin eines Freiwilligevisums bezeichnen.

Nachdem ich mir aufmerksam versuchte, die endlosen Erläuterungen zur weiteren Vorgehensweise mit dem Visum in Ecuador einzuprägen, verstand ich langsam, was die Dame vom Konsulat meinte, als Sie erwähnte: "Ach, wundern Sie sich besser nicht, die Bürokratie wurde in Ecuador erfunden!
An dieser Stelle deutet sich nun subtil an, dass das Visumsdebakel in Ecuador  unter Umständen eine neue Runde einläuten könnte. Nun, wir werden sehen.
Sobald ich das Visum in der Tasche hatte, ließ ich mir noch in Anjas zukünftigem Arbeitsplatz, der Rothenbaum Apotheke, eine Reiseapotheke zusammenstellen.

Abschließend noch kurz bei Globetrotter reingeschaut, um ein Moskitonetz, warme Hüttenschuhe und Pulswärmer zu erstehen (für mich als Frostbeule lebensnotwendig, wenn ich in einer unbeheizten Berghütte leben soll).

Dann ging's auch schon wieder im Zug nach Kiel, in dem sich mir ein junger Reinhold- Messner-Verschnitt gegenübersetzte. Als er meine Globetrottertüte sah, grinste er breit und bald waren wir in ein interessantes Gespräch über's Reisen in Asutralien und Neuseeland vertieft, so dass auch die Rückfahrt wie im Flug verging.

Nun, so langsam aber sicher habe ich alles zusammen, was ich für die Reise und das Leben in Ecuador brauche (Hoffe ich zumindest).

Wie das alles in meinen Trekkingrucksack passen soll, ist mir jedoch noch etwas schleierhaft!
Ob mein Rucksack allerdings tatsächlich ein Fass ohne Boden ist, sehen wir im nächsten post! Also bis dahin!

Montag, 5. September 2011

Stupor Mundi

Hier nur eine kurze Info:

Wer mehr über die Organisation wissen möchte, mit der ich nach Ecuador gehe, kann sich unter folgendem link informieren:

www.stupor-mundi.org