Donnerstag, 8. September 2011

Ecuadorianische Fischledertaschen und andere erfreuliche Geschichten

Seit dem letzten post hat sich so einiges getan.

Am Montag und Dienstag habe ich die dritte und letzte Tollwutimpfung bzw. die Gelbfieberimpfung erhalten ... und auch überlebt.
Für letztere musst ich extra ins Reisemedizinische Impfzentrum der Uniklinik Kiel, wo mir nicht nur Lebenimpfstoff unter die Haut gespritzt sondern ich auch mit Infomaterial zu Malaria, Gelbfieber und Co überhäuft wurde.
Da mein erster gelber Impfpass angeblich ein veraltetes Gelbfieberformular enthält, bekam ich dazu noch gleich ein zweites Exemplar nur für die Gelbfieberimpfung. Scheinbar sollte ich das Sammeln von Reisedokumenten zu meinem neuen Hobby erklären.

Gestern war dann der große Tag: Das Visum sollte abgeholt werden!
Also ab nach Hamburg mit einer Mitfahrgelegenheit: Jutta, eine sympathtische Kölner Frohnatur, entpuppte sich im Laufe eines interessanten Gesprächs über Gott und die Welt als Mitbegründerin des Modelables Elbkind.
Eine Firma, die abgefahrene Sachen wie Fischledertaschen herstellt (nein, ich habe mich nicht verschrieben) und auch noch eine Fertigungsstätte in Quito, Ecuador hat!
Da kann man kaum noch an Zufälle glauben, oder??!!

Nach einer angenehmen und kurzweiligen Fahrt ging's dann mit der U-Bahn weiter zum Konsulat.

In der Erwartung ein stark bewachtes Gebäude mit Pförtner und Wachen oder so vorzufinden, machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Haus und wurde eines besseren belehrt:
Das Konsulat befindet sich in einem unscheinbaren Mehrfamilienhaus und statt eines Pförtners und Polizei etc. steht dort nur ein riesiges Baugerüst, das die Fassade verdeckt. Wenn ich nicht das Klingelschild inspiziert und das hinter dem Baugerüst verborgene ecuadorianische Wappen entdeckt hätte, wäre ich wohl ungläubig weitergezogen.

Nun, geklingelt habe ich dann doch, wurde von einer freundlichen Mitarbeiterin des Konsulats empfangen und nach einer geschlagenen Stunde, in der mehrere Antragsformulare akribisch begutachtet, in mehrfacher Ausführung unterschrieben sowie die Visumsgebühr bezahlt wurde, kann mich nun endlich als stolze Besitzerin eines Freiwilligevisums bezeichnen.

Nachdem ich mir aufmerksam versuchte, die endlosen Erläuterungen zur weiteren Vorgehensweise mit dem Visum in Ecuador einzuprägen, verstand ich langsam, was die Dame vom Konsulat meinte, als Sie erwähnte: "Ach, wundern Sie sich besser nicht, die Bürokratie wurde in Ecuador erfunden!
An dieser Stelle deutet sich nun subtil an, dass das Visumsdebakel in Ecuador  unter Umständen eine neue Runde einläuten könnte. Nun, wir werden sehen.
Sobald ich das Visum in der Tasche hatte, ließ ich mir noch in Anjas zukünftigem Arbeitsplatz, der Rothenbaum Apotheke, eine Reiseapotheke zusammenstellen.

Abschließend noch kurz bei Globetrotter reingeschaut, um ein Moskitonetz, warme Hüttenschuhe und Pulswärmer zu erstehen (für mich als Frostbeule lebensnotwendig, wenn ich in einer unbeheizten Berghütte leben soll).

Dann ging's auch schon wieder im Zug nach Kiel, in dem sich mir ein junger Reinhold- Messner-Verschnitt gegenübersetzte. Als er meine Globetrottertüte sah, grinste er breit und bald waren wir in ein interessantes Gespräch über's Reisen in Asutralien und Neuseeland vertieft, so dass auch die Rückfahrt wie im Flug verging.

Nun, so langsam aber sicher habe ich alles zusammen, was ich für die Reise und das Leben in Ecuador brauche (Hoffe ich zumindest).

Wie das alles in meinen Trekkingrucksack passen soll, ist mir jedoch noch etwas schleierhaft!
Ob mein Rucksack allerdings tatsächlich ein Fass ohne Boden ist, sehen wir im nächsten post! Also bis dahin!

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