Nachdem die letzte Woche wieder einmal recht ereignislos verlief - ich verbrachte von Dienstag bis Donnerstag damit meinen Husten zu kurieren - sollte es diese Woche ganz anders kommen.
Das letzte Wochenende fuhr ich mal wieder nach Baños. Ich genoss das europaeische Hippieflair, kaufte ein paar Weihnachtsgeschenke und goennte mir ein schon fast deutsches Fruehstueck mit richtigem Vollkornbrot, gutem Kaese und leckerem Kaffee.
Bei herrlichem Sonneschein und umgeben von ueppiger, gruener Vegetation liess die Seele baumeln. Nach einer Woche Kaelte und Dauerregen war es genau das Richtige, einfach genial!
Am Sonntag Abend kam dann die weniger erfreuliche Nachricht, dass jemand unseren Hund "Mendigo" vergiftet hat. César, einer unserer ecuadorianischen Ansprechpartner, teilte es mir telefonisch mit, dass er ihn leblos vor unserer hospedería liegen gesehen hat.
Bei Ankunft am Montag bestaetigte sich diese Nachricht leider. Es war, wie man sich vorstellen kann, absolut kein schoener Anblick.
Am Mittwoch liehen Franzi und ich uns von einem Lehrer eine Schubkarre und eine Schaufel und begruben ihn auf einem naheliegenden Feld. Begleitet wurden wir dabei von einigen Schulkindern, die den Hund ebenfalls gerne mochten. Es ist uns unbegreiflich, wieso man so etwas machen muss.
Zu allem Ueberfluss beginnt so langsam in den Bergen die Regenzeit und es regnete die ganze Woche fast ununterbrochen.
Bei diesem nasskalten Wetter war es natuerlich in der schlechtisolierten hospedería ebenfalls sehr frisch, so dass sich Suzis Erkaeltung noch verschlimmerte und sie die restliche Woche mit Fieber im Bett verbrachte.
Da momentan sowieso alle Kinder und Lehrer erkaeltet sind, dauerte es nicht lange und mich erwischte es auch. So lag ich Donnerstag, Freitag ebenfalls mit Fieber im Bett.
Freitag Nachmittag trampten wir dann wieder runter nach Ambato. Dieses Mal auf der Ladeflaeche eines Prischenwagens eingequetscht zwischen noch mindestens fuenf weitereren Passagieren. Da unser Fahrer einen starken Bleifuss hatte, flogen wir nur so durch die Serpentinen, ein ziemlicher Hoellenritt, der uns allen schon etwas auf den Magen schlug.
Den restlichen Freitag sowie den ganzen Samstag verbrachte ich im Bett. Um mich einmal gruendlich auszuruhen, werde ich erst am Mittwoch gemeinsam mit Suzi wieder nach El Salado zurueckkehren und noch zwei Tage laenger im waermeren Ambato bei meiner Gastfamilie verweilen.
Am Donnerstag findet in der Schule die Weinhachtsfeier statt. Das Programm umfasst neben einem Festumzug auch Wettkampfspiele, die Siegerehrung und ein gemeinsames Essen, an dem die gesamte Schule teilnimmt.
Franzi, Suzi und ich sind im Rahmen der Feier fuer den Weihnachtspunsch und die Durchfuehrung zweier Spiele zustaendig.
Zudem haben wir die gesamte letzte Woche damit verbracht, mit allen Klassen Weihnachtssterne fuer dieSchuelweihnachtskrippe zu basteln, was den Schueler sehr viel Spass gemacht hat.
Freitag ist dann der letzte Schultag und eine Woche Weinhachtsferien erwartet uns. Weinhachten und Silvester werden wir mit unseren Gastfamilien verbringen. Mal sehen, wie die Ecuadorianer diese Feste feiern.
Ich wuensche euch allen noch eine schoene vorweihnachtliche Woche.
Es gruesst euch herzlich!
Eure
Marijke
Nun ist es soweit. Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung: Acht Monate in Ecuador als Freiwillige! Arbeiten, Abenteuer, Reisen, lateinamerikanische Lebensweise erfahren und genießen! Ich lade euch ein, mich zu begleiten und freue mich natürlich über eure Kommentare! Alles Liebe! Eure Marijke
Montag, 19. Dezember 2011
Samstag, 3. Dezember 2011
Impressionen aus El Salado
Unser zugelaufener Strassen- und Hofhund Bartleby bei seiner Lieblingslingsbeschaeftigung
Susi mit den Kindern beim Malen am Nachmittag vor der Hospederia
Franzi beim Armbandknuepfen
Unser "Opi" Mendigo bei der Siesta, ebenfalls zugelaufen und extrem verfressen
Franzi und mein Lieblingsgetraenk: selbstgemachter Latte Macchiato, geht auch auf 3500 m gut
Der Chimborazo bei Abendlicht
Suzis Adventskranz im Hospederiaambiente
Im Hospederia-Look
Diese letzte Woche ist nicht so viel passiert, bis auf einen zweitaegigen Stromausfall wegen eines Gewitters. Daher gibt es nur ein paar Eindruecke aus dem Bergdorfleben.
Einen schoenen 2. Advent und liebe Gruesse nach Deutschland.
Eure Marijke
Susi mit den Kindern beim Malen am Nachmittag vor der Hospederia
Franzi beim Armbandknuepfen
Unser "Opi" Mendigo bei der Siesta, ebenfalls zugelaufen und extrem verfressen
Franzi und mein Lieblingsgetraenk: selbstgemachter Latte Macchiato, geht auch auf 3500 m gut
Der Chimborazo bei Abendlicht
Im Hospederia-Look
Diese letzte Woche ist nicht so viel passiert, bis auf einen zweitaegigen Stromausfall wegen eines Gewitters. Daher gibt es nur ein paar Eindruecke aus dem Bergdorfleben.
Einen schoenen 2. Advent und liebe Gruesse nach Deutschland.
Eure Marijke
Sonntag, 20. November 2011
Alles im Lot
Hallo, ihr Lieben,
dieses Mal nur ein kurzer post, da diese Woche sehr ruhig und ereignislos verlief!
Die Wochentage verfliegen immer schneller und eh ich mich versah, war es auch schon wieder Freitag. Zeit die Sachen fuer´s Wochenende zu packen und noch ein wenig zu unterrichten. Doch es kam, wie haeufig an einem Freitag mal wieder ganz anders:
Es gab mal wieder eine reunión. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Ministeriums, den Lehrern, Elternvertretern, dem Schuelerat und uns sollte eine Analyse zu den Schwaechen, Staerken und Moeglichkeiten der Schule durchgefuehrt werden.
Wir haben uns nicht lumpen lassen und haben gerade bei den Schwaechen unverbluemt die Wahrheit gesagt, was bei den Lehrern trotz unserer Kritik sehr gut ankam.
Erleichtert trampten wir drei am Nachmittag nach Ambato. Dieses Mal in einem Jeep, der von Ambateños gefahren wurde, die im gleichen Viertel wie Franzi und ich wohnten.Daher hatten wir einen kurzen Heimweg.
Gestern waren Franzi und ich dann in Pellileo. Dies ist das Zentrum der ecuadorianischen Jeans - Produktion. Neben einheimischen Marken werden hier auch preiswerte professionelle Kopien von Levi´s, Diesel und Co hergestellt und verkauft! Der kleine Ort besteht nur aus Jeans-Outlets, da ist die Qual der Wahl gross.
Weil meine alte Jeans sich langsam aufloeste, habe ich mir dann fuer 12 $ (ca. 8 Euro) eine Levi´s Jeans gekauft! Preiswerter geht´s wohl kaum!
Heut morgen ging´s dann noch ins nahegelegene Doerfchen Salasaca, das von der gleichnamigen Indigenagruppe bewohnt wird und beruehmt ist fuer seine gewebten Alpaca- und Baumwollprodukte. Nach einer Stunde brachen Franzi mit einer Decke und einem Poncho und ich mit zwei Schals und einer schoenen gewebten Hose gen Ambato auf!
Morgen kehren wir dann wieder in unser geliebtes, kleines Haus in den Bergen zurueck, auf zu neuen Abenteuern, witzigen sowie kuriosen Begebenheiten!
Bis dahin. Ganz liebe Gruesse.
Eure Marijke
dieses Mal nur ein kurzer post, da diese Woche sehr ruhig und ereignislos verlief!
Die Wochentage verfliegen immer schneller und eh ich mich versah, war es auch schon wieder Freitag. Zeit die Sachen fuer´s Wochenende zu packen und noch ein wenig zu unterrichten. Doch es kam, wie haeufig an einem Freitag mal wieder ganz anders:
Es gab mal wieder eine reunión. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Ministeriums, den Lehrern, Elternvertretern, dem Schuelerat und uns sollte eine Analyse zu den Schwaechen, Staerken und Moeglichkeiten der Schule durchgefuehrt werden.
Wir haben uns nicht lumpen lassen und haben gerade bei den Schwaechen unverbluemt die Wahrheit gesagt, was bei den Lehrern trotz unserer Kritik sehr gut ankam.
Erleichtert trampten wir drei am Nachmittag nach Ambato. Dieses Mal in einem Jeep, der von Ambateños gefahren wurde, die im gleichen Viertel wie Franzi und ich wohnten.Daher hatten wir einen kurzen Heimweg.
Gestern waren Franzi und ich dann in Pellileo. Dies ist das Zentrum der ecuadorianischen Jeans - Produktion. Neben einheimischen Marken werden hier auch preiswerte professionelle Kopien von Levi´s, Diesel und Co hergestellt und verkauft! Der kleine Ort besteht nur aus Jeans-Outlets, da ist die Qual der Wahl gross.
Weil meine alte Jeans sich langsam aufloeste, habe ich mir dann fuer 12 $ (ca. 8 Euro) eine Levi´s Jeans gekauft! Preiswerter geht´s wohl kaum!
Heut morgen ging´s dann noch ins nahegelegene Doerfchen Salasaca, das von der gleichnamigen Indigenagruppe bewohnt wird und beruehmt ist fuer seine gewebten Alpaca- und Baumwollprodukte. Nach einer Stunde brachen Franzi mit einer Decke und einem Poncho und ich mit zwei Schals und einer schoenen gewebten Hose gen Ambato auf!
Morgen kehren wir dann wieder in unser geliebtes, kleines Haus in den Bergen zurueck, auf zu neuen Abenteuern, witzigen sowie kuriosen Begebenheiten!
Bis dahin. Ganz liebe Gruesse.
Eure Marijke
Sonntag, 13. November 2011
Eine ereignislose Schlechtwetterwoche
Auf ein Neues!
Nach einer mehr oder weniger ereignislosen Woche ist mal wieder ein weiterer post faellig!
Dabei fing die Zeit nach dem Urlaub sehr vielversprechend an. Am letzten Sonntag wollte ich ja eigentlich mit dem Bus nach Baños fahren, aber die Busse fuhren irgendwie nich so wie sie sollten. Na ja, Ecuador halt, da muss man spontan sein! Also, kurz Planaenderung und statt dessen mit dem Taxi in 10 Minuten zum botanischen Garten Ambatos: Fuer einen Dollar bekommt man eine riesige Sammlung verschiedener exotischer Pflanzen, zwei Museen zu wichtigen ecuadorischen Persoenlichkeiten, jede Menge Ruhe und frische, abgasfreie Luft, ein Paradies und auf jeden Fall mein absoluter Lieblingsort in Ambato!
Es ist einfach eine Wohltat unter Palmen zu sitzen und das Leben zu geniessen! Zusaetzlich hatte ich mal wieder das richtige Timing und es gab noch eine Folkloretanzversanstaltung im Innenhof des zweiten Museums, sehr interessant und viele Fotos wert!
Die Woche in El Salado war dann alles andere als erbaulich! Es hat geschuettet wie aus Kuebeln! Ich habe die ganz Zeit ueber in mindestens vier Kleidungsschichten verbracht, um nicht zu erfrieren. Wegen des schlechten Wetters kamen die Kinder am Nachmittag nicht zum Spielen. So verbrachten wir die Zeit mit Musik hoeren, quatschen, kochen, basteln und lesen.
Doch es waere ja nicht Ecuador, wenn es nicht noch eine Ueberraschung fuer den letzten Arbeitstag gegeben haette: So fiel der Unterricht mal wieder aus. Stattdessen feierte unsere Schule mit den anderen Partnerschulen der Provinz ihr 23-jaehriges bestehen und die Auszeichnung der besten Schueler mit Tanz, Musik und jede Menge feierlicher Ansprachen. Eine sehr interessante Veranstaltung fuer uns, die leider ausserplanmaessig durch einsetzenden Dauerregen beendet wurde.
Am Nachmittag als wir in die hospedería zureuckkehrten, fanden wir etwa 12 Pferde auf unserem Grundstueck "geparkt" und einen Teil des Zauns, den Suzi und Franzi in muehevoller Arbeit errichtet hatten, an einem Ende eingerissen. Die Ermittlungen laufen noch... ;-) In einem Moment erboster Verstimmung ueberlegten wir den Zaun das naechste Mal unter Strom zu setzen. Wir werden sehen...
Auch in Ambato regnete es bei unsrere Ankunft kraeftig, die Strassen standen unter Wasser und waren matschig bis rutschig. Das musste ich denn auch gleich selbst austesten und ueberpruefen: Als ich bei Ueberqueren einer Strasse einem heranpreschenden Taxi ausweichen wollte, habe ich gleich mal einen Kniefall gemacht. Das Resultat ist ein leicht dickes Knie, das in allen Regenbogenfarben schillert! Zum Glueck habe ich Voltarensalbe dabei.
Den Samtag verbrachten wir dann endlich mal in der beruehmten Stadt Baños, die zwar ziemlich touristisch ist, aber auch eine Menge Annehmlichkeiten fuer die Beduerfnisse im "Exil" lebender Europaer bereithaelt: frisch gebruehter Bohnenkaffee, Vollkornbroetchen, Alternativcafes mit Studentenkneipencharme an jeder Ecke.... und zudem noch heisse Thermalquellen. Sehr schoen und nur eine Busstunde von Ambato entfernt. Dort werde ich wohl nochmal hinfahren, wenn ich wieder meine Dosis Europa brauche.
Basilika in Baños von innen
Basilikainnenhof
Wasserfall in Baños
Thermalschwimmbad vulkanischen Ursprungs in Baños
Franzi hat sich heute im Musikladen der Shoppingmall eine Akustikgitarre gekauft, um mit dem Kindern oben ein bisschen zu singen und zu musizieren. So wird unsere hospedería ein Stueckchen gemuetlicher und musikalischer!
Morgen frueh geht´s dann schon wieder ab nach oben. Diese Mal nimmt uns der Englischlehrer mit, eine sehr nette Geste, die uns die Fahrt mit dem Roedelbus erspart. Jedoch auch ein paar Stunden Schlaf weniger bedeutet, da er schon gegen 7 Uhr morgens aufbrechen will!
Hoffentlich ist das Wetter die Woche ueber wieder freundlicher, waermer und weniger trostlos!
Also, dann, ich wuensche euch fuer morgen einen guten Wochenstart und alles Liebe nach Deutschland! Ich denke an euch! :-)
Marijke
P.S.: Fotos folgen, sobald ich es wieder ins Internetcafé schaffe!
Nach einer mehr oder weniger ereignislosen Woche ist mal wieder ein weiterer post faellig!
Dabei fing die Zeit nach dem Urlaub sehr vielversprechend an. Am letzten Sonntag wollte ich ja eigentlich mit dem Bus nach Baños fahren, aber die Busse fuhren irgendwie nich so wie sie sollten. Na ja, Ecuador halt, da muss man spontan sein! Also, kurz Planaenderung und statt dessen mit dem Taxi in 10 Minuten zum botanischen Garten Ambatos: Fuer einen Dollar bekommt man eine riesige Sammlung verschiedener exotischer Pflanzen, zwei Museen zu wichtigen ecuadorischen Persoenlichkeiten, jede Menge Ruhe und frische, abgasfreie Luft, ein Paradies und auf jeden Fall mein absoluter Lieblingsort in Ambato!
Es ist einfach eine Wohltat unter Palmen zu sitzen und das Leben zu geniessen! Zusaetzlich hatte ich mal wieder das richtige Timing und es gab noch eine Folkloretanzversanstaltung im Innenhof des zweiten Museums, sehr interessant und viele Fotos wert!
Die Woche in El Salado war dann alles andere als erbaulich! Es hat geschuettet wie aus Kuebeln! Ich habe die ganz Zeit ueber in mindestens vier Kleidungsschichten verbracht, um nicht zu erfrieren. Wegen des schlechten Wetters kamen die Kinder am Nachmittag nicht zum Spielen. So verbrachten wir die Zeit mit Musik hoeren, quatschen, kochen, basteln und lesen.
Doch es waere ja nicht Ecuador, wenn es nicht noch eine Ueberraschung fuer den letzten Arbeitstag gegeben haette: So fiel der Unterricht mal wieder aus. Stattdessen feierte unsere Schule mit den anderen Partnerschulen der Provinz ihr 23-jaehriges bestehen und die Auszeichnung der besten Schueler mit Tanz, Musik und jede Menge feierlicher Ansprachen. Eine sehr interessante Veranstaltung fuer uns, die leider ausserplanmaessig durch einsetzenden Dauerregen beendet wurde.
Am Nachmittag als wir in die hospedería zureuckkehrten, fanden wir etwa 12 Pferde auf unserem Grundstueck "geparkt" und einen Teil des Zauns, den Suzi und Franzi in muehevoller Arbeit errichtet hatten, an einem Ende eingerissen. Die Ermittlungen laufen noch... ;-) In einem Moment erboster Verstimmung ueberlegten wir den Zaun das naechste Mal unter Strom zu setzen. Wir werden sehen...
Auch in Ambato regnete es bei unsrere Ankunft kraeftig, die Strassen standen unter Wasser und waren matschig bis rutschig. Das musste ich denn auch gleich selbst austesten und ueberpruefen: Als ich bei Ueberqueren einer Strasse einem heranpreschenden Taxi ausweichen wollte, habe ich gleich mal einen Kniefall gemacht. Das Resultat ist ein leicht dickes Knie, das in allen Regenbogenfarben schillert! Zum Glueck habe ich Voltarensalbe dabei.
Den Samtag verbrachten wir dann endlich mal in der beruehmten Stadt Baños, die zwar ziemlich touristisch ist, aber auch eine Menge Annehmlichkeiten fuer die Beduerfnisse im "Exil" lebender Europaer bereithaelt: frisch gebruehter Bohnenkaffee, Vollkornbroetchen, Alternativcafes mit Studentenkneipencharme an jeder Ecke.... und zudem noch heisse Thermalquellen. Sehr schoen und nur eine Busstunde von Ambato entfernt. Dort werde ich wohl nochmal hinfahren, wenn ich wieder meine Dosis Europa brauche.
Basilika in Baños von innen
Basilikainnenhof
Wasserfall in Baños
Thermalschwimmbad vulkanischen Ursprungs in Baños
Franzi hat sich heute im Musikladen der Shoppingmall eine Akustikgitarre gekauft, um mit dem Kindern oben ein bisschen zu singen und zu musizieren. So wird unsere hospedería ein Stueckchen gemuetlicher und musikalischer!
Morgen frueh geht´s dann schon wieder ab nach oben. Diese Mal nimmt uns der Englischlehrer mit, eine sehr nette Geste, die uns die Fahrt mit dem Roedelbus erspart. Jedoch auch ein paar Stunden Schlaf weniger bedeutet, da er schon gegen 7 Uhr morgens aufbrechen will!
Hoffentlich ist das Wetter die Woche ueber wieder freundlicher, waermer und weniger trostlos!
Also, dann, ich wuensche euch fuer morgen einen guten Wochenstart und alles Liebe nach Deutschland! Ich denke an euch! :-)
Marijke
P.S.: Fotos folgen, sobald ich es wieder ins Internetcafé schaffe!
Freitag, 4. November 2011
Der Quilotoa-loop
Hallo, liebe Blogfreunde,
hier der lang ersehnte Eintrag zum Quilotoa-Runderwnaderweg. Nur kurz vorweg: Ich habe die aelteren Eintraege mit Fotos versehen. Es lohnt sich also nochmal reinzuschauen.
Nun aber zum Kurzurlaub in den Bergen.Nach einer langen Anreise am Montag: mit dem modernen und gemuetlichen Bus nach Latacunga, von dort aus 3 Stunden in einem Klapperbus die Ruettelpiste hoch in die Berge nach Chugchilan, inklusive toter Kuh auf der Strasse.
Das Hostal ist klasse. Ich habe mein eigenes Zimmer mit Bad fuer 12 Dollar die Nacht inkl. Fruehstueck und Abendessen. Einfach unuebertroffen!
Zudem verstroemt es eine super gemuetliche Atmosphaere. Nach Wochen geniesse ich wieder internationales Reiseflair, so sitze ich abends mit einem schweizer Paar und einer Englaenderin quatschend am Esstisch.
Am naechsten Tag buche ich eine gefuehrte Wandertour zum Quilitoa-Kratersee. Meine erste gefuehrte Wanderung, aber alleine haette ich mich wahrscheinlich verlaufen ;-)! Mein Guide, Bernardo, ist sehr sympathisch und da ich die einzige Kundin bin, reden wir die ganze Zeit auf Spanisch ueber Gott und die Welt, waehrend ich mich muehsam schnaufend die Huegel hoch schleppe, ach ja, die Hoehenluft! Nach vier Stunden durch atemberaubende Landschaft erreichen wir den Kraterrand.
Nach einer weiteren Stunde entlang des schwefelhaltigen Sees kommen wir im Dorf Quilotoa an, wo mich Bernardo zum Mittagessen in ein Hostel seines Onkels einlaedt. Es gibt coloada morada und choclos (gekochten Mais). Im Laden erspaehe ich dann eine wunderschoene wollene Alpacajacke, in die mich sofort verliebe und die nun mein ist. (Fotos folgen ;-))
Zurueck nach Chugchilan geht es dann auf einem Pickup, da der Bus nicht faehrt. Unterwegs gabeln wir noch vier Neuseelaender auf, so dass die Rueckfahrt gleich doppelt so interessant wird.
Den restlichen Nachmittag verbringe ich frisch geduscht in einer der Haengematten. Ein rundum gelungener Tag!
Den naechsten Tag schlafe ich endlich mal wieder aus, fuehstuecke und geniesse den Tag lesend in der Haengematte. Abends schlendere ich dann noch mit einem Paar aus Australien durch das 40 Seelen-Dorf, das gerade in Partylaune aufgrund des Feiertags ist. Es gibt heissen canelazo (Zuckerrohrschnaps), fuer uns ohne Alkohol, da er uns sonst wahrscheinlich schnell die Birne abgeschraubt haette.
Am naechsten Morgen fahre ich dann wieder zurueck nach Ambato. Die Rueckreise ist so ruckelig wie die Hinfahrt. Zuerst im Milchlaster, dann in zwei verschiedenen Bussen.
Morgen mache ich einen Tagesausflug nach Baños, einem Ort mit heissen Quellen in der Naehe des Vulkans Tunguruhua, eine Busstunde von Ambato.
Mal sehen, wie es dort so ist. Ich werde berichten.... :-)
Ab Montag beginnt dann wieder der Bergdorfalltag in El Salado.
Also bis zum naechsten post.
Alles Liebe nach Deutschland.
Marijke
hier der lang ersehnte Eintrag zum Quilotoa-Runderwnaderweg. Nur kurz vorweg: Ich habe die aelteren Eintraege mit Fotos versehen. Es lohnt sich also nochmal reinzuschauen.
Nun aber zum Kurzurlaub in den Bergen.Nach einer langen Anreise am Montag: mit dem modernen und gemuetlichen Bus nach Latacunga, von dort aus 3 Stunden in einem Klapperbus die Ruettelpiste hoch in die Berge nach Chugchilan, inklusive toter Kuh auf der Strasse.
Das Hostal ist klasse. Ich habe mein eigenes Zimmer mit Bad fuer 12 Dollar die Nacht inkl. Fruehstueck und Abendessen. Einfach unuebertroffen!
Zudem verstroemt es eine super gemuetliche Atmosphaere. Nach Wochen geniesse ich wieder internationales Reiseflair, so sitze ich abends mit einem schweizer Paar und einer Englaenderin quatschend am Esstisch.
Am naechsten Tag buche ich eine gefuehrte Wandertour zum Quilitoa-Kratersee. Meine erste gefuehrte Wanderung, aber alleine haette ich mich wahrscheinlich verlaufen ;-)! Mein Guide, Bernardo, ist sehr sympathisch und da ich die einzige Kundin bin, reden wir die ganze Zeit auf Spanisch ueber Gott und die Welt, waehrend ich mich muehsam schnaufend die Huegel hoch schleppe, ach ja, die Hoehenluft! Nach vier Stunden durch atemberaubende Landschaft erreichen wir den Kraterrand.
Nach einer weiteren Stunde entlang des schwefelhaltigen Sees kommen wir im Dorf Quilotoa an, wo mich Bernardo zum Mittagessen in ein Hostel seines Onkels einlaedt. Es gibt coloada morada und choclos (gekochten Mais). Im Laden erspaehe ich dann eine wunderschoene wollene Alpacajacke, in die mich sofort verliebe und die nun mein ist. (Fotos folgen ;-))
Zurueck nach Chugchilan geht es dann auf einem Pickup, da der Bus nicht faehrt. Unterwegs gabeln wir noch vier Neuseelaender auf, so dass die Rueckfahrt gleich doppelt so interessant wird.
Den restlichen Nachmittag verbringe ich frisch geduscht in einer der Haengematten. Ein rundum gelungener Tag!
Den naechsten Tag schlafe ich endlich mal wieder aus, fuehstuecke und geniesse den Tag lesend in der Haengematte. Abends schlendere ich dann noch mit einem Paar aus Australien durch das 40 Seelen-Dorf, das gerade in Partylaune aufgrund des Feiertags ist. Es gibt heissen canelazo (Zuckerrohrschnaps), fuer uns ohne Alkohol, da er uns sonst wahrscheinlich schnell die Birne abgeschraubt haette.
Am naechsten Morgen fahre ich dann wieder zurueck nach Ambato. Die Rueckreise ist so ruckelig wie die Hinfahrt. Zuerst im Milchlaster, dann in zwei verschiedenen Bussen.
Morgen mache ich einen Tagesausflug nach Baños, einem Ort mit heissen Quellen in der Naehe des Vulkans Tunguruhua, eine Busstunde von Ambato.
Mal sehen, wie es dort so ist. Ich werde berichten.... :-)
Ab Montag beginnt dann wieder der Bergdorfalltag in El Salado.
Also bis zum naechsten post.
Alles Liebe nach Deutschland.
Marijke
Sonntag, 23. Oktober 2011
Ein ganz normaler Tag in El Salado
Hallo und guten Morgen,
es ist mal wieder Sonntag und Zeit fuer einen weiteren Eintrag.
Da gefragt wurde, wie denn so mein Alltag in den Bergen aussieht, moechte ich ihn kurz beschreiben:
Jeden Morgen schaele ich mich gegen 7 Uhr aus dem warmen Schlafsack und mache erstmal den Heizluefter an. In der Nacht hat sich das Zimmer auf etwa 8-10 Grad abgekuehlt. Es kostet also immer etwas Ueberwindung in die kalten Klamotten zu steigen.
Wenn ich es dann geschafft habe den gemuetlichen Schlafsack zu verlassen und mich in etwa vier Schichten Kleidung inklusive Muetze, Armstulpen und Jacke zu huellen, geht´s ab in die Kueche, um mit Franzi und Suzi zu Fruehstuecken. Oft machen wir uns neben Brot mit ordentlich Nutella, Muesli und Obst noch Griessbrei, um etwas Warmes im Magen zu haben. Kaffee und Tee duerfen natuerlich auch nicht fehlen.
Gegen 8 Uhr geht´s dann zu Fuss zur 100 m entfernten Schule, um selbst zu unterrichten oder zu hospetieren.
Je nach Stundenplan sind wir spatestens alle gegen 13 Uhr wieder in der hospedería zum Mittagessen. Es gibt entweder die aufgewaermten Reste vom Vortag oder Brot. Meistens goennen wir uns dann noch einen Kaffee oder Tee zum Nachtisch.
Abschliessend wird abgewaschen, ggf. ein Klo von einer Verstopfung befreit. Ja, das passiert hier mit einiger Regelmaessigkeit.
Zwischen 15-16 Uhr kommen dann die Kinder zum Spielen, Malen und der Hausaufgabenhilfe.
Hier ein paar Kinder, die regelmaessig zum Spielen kommen, mit einem Alpaca, was mich kurz darauf versuchte zu attackieren.
Das Nachmittagsprogramm dauert bis 17 Uhr. Nach dem Aufraeumen ruhen wir uns meistens ein wenig aus, lesen und entzuenden den Kamin.
Gegen 18 Uhr bereiten wir das Abendbrot vor, es gibt meistens Eintoepfe mit viel Gemuese, montags auch mal was mit Hackfleisch, dazu Reis, Brot oder Nudeln.
Danach wird wieder abgewaschen, der Unterricht vorbereitet etc., bis ich dann gegen 21 Uhr muede ins Bett falle und nach ein paar Seiten Lektuere einschlafe.
So weit zu meinem Alltag dort oben. Naechste Woche haben wir dann wie schon erwaehnt eine Woche Ferien, in der ich fuer drei Tage auf dem Quilotoa-Rundwanderweg unterwegs bin. Das Hostel ist auch schon gebucht. Bin mal gespannt, was ich dort so alles erlebe.
Also, dann bis zum naechsten post, dann auch wieder mit Fotos!!!
Alles Liebe und muchos saludos.
Eure Marijke
es ist mal wieder Sonntag und Zeit fuer einen weiteren Eintrag.
Da gefragt wurde, wie denn so mein Alltag in den Bergen aussieht, moechte ich ihn kurz beschreiben:
Jeden Morgen schaele ich mich gegen 7 Uhr aus dem warmen Schlafsack und mache erstmal den Heizluefter an. In der Nacht hat sich das Zimmer auf etwa 8-10 Grad abgekuehlt. Es kostet also immer etwas Ueberwindung in die kalten Klamotten zu steigen.
Wenn ich es dann geschafft habe den gemuetlichen Schlafsack zu verlassen und mich in etwa vier Schichten Kleidung inklusive Muetze, Armstulpen und Jacke zu huellen, geht´s ab in die Kueche, um mit Franzi und Suzi zu Fruehstuecken. Oft machen wir uns neben Brot mit ordentlich Nutella, Muesli und Obst noch Griessbrei, um etwas Warmes im Magen zu haben. Kaffee und Tee duerfen natuerlich auch nicht fehlen.
Gegen 8 Uhr geht´s dann zu Fuss zur 100 m entfernten Schule, um selbst zu unterrichten oder zu hospetieren.
Je nach Stundenplan sind wir spatestens alle gegen 13 Uhr wieder in der hospedería zum Mittagessen. Es gibt entweder die aufgewaermten Reste vom Vortag oder Brot. Meistens goennen wir uns dann noch einen Kaffee oder Tee zum Nachtisch.
Abschliessend wird abgewaschen, ggf. ein Klo von einer Verstopfung befreit. Ja, das passiert hier mit einiger Regelmaessigkeit.
Zwischen 15-16 Uhr kommen dann die Kinder zum Spielen, Malen und der Hausaufgabenhilfe.
Hier ein paar Kinder, die regelmaessig zum Spielen kommen, mit einem Alpaca, was mich kurz darauf versuchte zu attackieren.
Das Nachmittagsprogramm dauert bis 17 Uhr. Nach dem Aufraeumen ruhen wir uns meistens ein wenig aus, lesen und entzuenden den Kamin.
Gegen 18 Uhr bereiten wir das Abendbrot vor, es gibt meistens Eintoepfe mit viel Gemuese, montags auch mal was mit Hackfleisch, dazu Reis, Brot oder Nudeln.
Danach wird wieder abgewaschen, der Unterricht vorbereitet etc., bis ich dann gegen 21 Uhr muede ins Bett falle und nach ein paar Seiten Lektuere einschlafe.
So weit zu meinem Alltag dort oben. Naechste Woche haben wir dann wie schon erwaehnt eine Woche Ferien, in der ich fuer drei Tage auf dem Quilotoa-Rundwanderweg unterwegs bin. Das Hostel ist auch schon gebucht. Bin mal gespannt, was ich dort so alles erlebe.
Also, dann bis zum naechsten post, dann auch wieder mit Fotos!!!
Alles Liebe und muchos saludos.
Eure Marijke
Sonntag, 16. Oktober 2011
El Salado
Hallo, ihr Lieben,
es ist mal wieder Zeit fuer einen neuen post!
Die erste Woche in der hospedería liegt hinter mir und ich bin zufrieden.
Das Leben dort oben entbehrt zwar einigen "Luxus", aber das Huettenleben ist mir ja schon von zahlreichen Wanderurlauben bekannt.
Abends und morgens ist es zwar ziemlich kalt in der Huette, da sie nicht isoliert ist und es nachts gerne mal nur knappe 3-8 grad hat. Aber Dank meines guten Schlafsacks und des Heizluefters, der fast 24/7 heisse Luft in mein Zimmer pustet, ist es alles zu ertragen.
Das Leben haelt dort oben so manche Ueberraschung fuer einen bereit. So hatten wir am Sonntag erstmal fuer drei Stunden kein Wasser. Dann am Dienstag fiel mitten am Abend der Strom aus und kam erst am Mittwoch Mittag wieder. Zum Glueck haben wir jede Menge Kerzen in der Huette und unsere Stirnlampen. Mittwoch war dann noch eine der beiden Toiletten verstopft, die aber durch Franzis tatkraeftigen Einsatz mit Puempel und Klobuerste wieder behoben werden konnte. Noch ungeloest ist das "Problem mit der kalten Dusche, jedoch soll bald ein Handwerker kommen und sich der Sache annehmen. Ihr koennt euch vorstellen, wie ich die Dusche am Freitag bei meiner Gastfamilie genossen habe!
Die Schule ist so ganz anders als in Deuschland. Da die Schule zur Zeit keinen Englisch- sowie Informatikleherer hat, bleiben die Schueler in den besagten Stunden einfach sich selbst ueberlassen, von Aufsichtspflicht hat man hier noch nie etwas gehoert.
Da wir diese Woche nur hospitieren sollten, fiel uns in manchen Stunden erschreckenderweise auf, dass viele Lehrer zwar bemueht aber auch selbst schlecht ausgebildet sind, so dass ihnen manchmal gravierende Fehler unterlaufen. Einmal hatte ich selbst gerade keine Hospitation und habe einfach mal ein paar Schueler aus der 8. Klasse gefragt, ob sie Lust auf ne Englischstunde haetten. Die Begeisterung war in der Tat gross und da die Kinder absolut keine Vorkenntnisse hatten, habe ich einfach eine Stunde lang die persoenliche Vorstellung mit ihnen geuebt, was ihnen sichtlich Spass gemacht hat.
Am Freitag fiel dann die Schule ganz spontan aus, weil die Lehrer eine Versammlung abhielten. Sowas wird hier nicht auf den Nachmittag gelegt, wie bei uns, sondern halt in die Unterrichtzeit gelegt. Dann lernen die Schueler halt mal nichts.
Dienstags ist immer Markttag in El Salado. Dann wimmelt das kleine Dorf vor Autos, Haendlern und Staenden. Viele Maenner kommen auf dem Pferd ins Dorf geritten, so dass es ein bisschen wie in einem Western anmutet.
Auch ein Gesundheitsmobil vom Ministerium kam ins Dorf, um sich um die Gesundheit der Kinder zu kuemmern. Vielleicht koennen wir ja mit Hilfe der Aerzte ein Zahnputzprogramm auf die Beine stellen. Denn die Zahngesundheit der Dorfkinder ist eine Katastrophe. Viele haben mit Sicherheit noch keine Zahnbuerste gesehen.
Die Nachmittage verbrachten wir spielend und malend mit den Kinder in der hospedería. Viele Kinder langweilen sich hier oft und schauten meistens schon gegen 2 Uhr durch unsere Kuechenfenster,weil sie es kaum abwarten konnten, dass endlich das Spielprogramm beginnt.
Freitag Mittag sollten wir eigentlich mit dem Buss gen Ambato zurueckfahren, doch der Bus wollte nicht kommen. Nach 45 Minuten fuhr ein junger Mann in einem alten VW-Kaefer vorbei und hat uns freundlicherweise mitgenommen. Er stellte sich als David aus Guaranda vor. Es war eine sehr witztige Fahrt zu viert mit drei Rucksaecken und jeder Menge Salsamusik.
Gestern waren wir dann in Quillan bei Anita eingeladen. Sie hat ein eigenes Restaurant mit Forellenzucht, das mitten in einem gruenen Tal voller Bananenbaeume und exotischen Blumen liegt. Nach einem wunscherschoenen Spaziergang, der mich an die Tropenhaeuser des Bontanischen Gartens in Kiel erinnerte, gab´s dann fuer jeden eine gebratene Forelle mit Kartoffeln, Reis, Avocado und Bananchips, typisch ecuadorischen eben.
Lecker Forelle!
Forellenbecken und Restaurant
Spaziergang im Bananenhain
Heute heisst es mal wieder fuer die naechste Woche einkaufen und morgen beginnt dann unsere zweite Woche in den Bergen mit eigenem Unterricht. Mal schauen, was uns wieder alles passiert!
Bis dahin. Muchos saludos.
Eure Marijke
es ist mal wieder Zeit fuer einen neuen post!
Die erste Woche in der hospedería liegt hinter mir und ich bin zufrieden.
Das Leben dort oben entbehrt zwar einigen "Luxus", aber das Huettenleben ist mir ja schon von zahlreichen Wanderurlauben bekannt.
Abends und morgens ist es zwar ziemlich kalt in der Huette, da sie nicht isoliert ist und es nachts gerne mal nur knappe 3-8 grad hat. Aber Dank meines guten Schlafsacks und des Heizluefters, der fast 24/7 heisse Luft in mein Zimmer pustet, ist es alles zu ertragen.
Das Leben haelt dort oben so manche Ueberraschung fuer einen bereit. So hatten wir am Sonntag erstmal fuer drei Stunden kein Wasser. Dann am Dienstag fiel mitten am Abend der Strom aus und kam erst am Mittwoch Mittag wieder. Zum Glueck haben wir jede Menge Kerzen in der Huette und unsere Stirnlampen. Mittwoch war dann noch eine der beiden Toiletten verstopft, die aber durch Franzis tatkraeftigen Einsatz mit Puempel und Klobuerste wieder behoben werden konnte. Noch ungeloest ist das "Problem mit der kalten Dusche, jedoch soll bald ein Handwerker kommen und sich der Sache annehmen. Ihr koennt euch vorstellen, wie ich die Dusche am Freitag bei meiner Gastfamilie genossen habe!
Die Schule ist so ganz anders als in Deuschland. Da die Schule zur Zeit keinen Englisch- sowie Informatikleherer hat, bleiben die Schueler in den besagten Stunden einfach sich selbst ueberlassen, von Aufsichtspflicht hat man hier noch nie etwas gehoert.
Da wir diese Woche nur hospitieren sollten, fiel uns in manchen Stunden erschreckenderweise auf, dass viele Lehrer zwar bemueht aber auch selbst schlecht ausgebildet sind, so dass ihnen manchmal gravierende Fehler unterlaufen. Einmal hatte ich selbst gerade keine Hospitation und habe einfach mal ein paar Schueler aus der 8. Klasse gefragt, ob sie Lust auf ne Englischstunde haetten. Die Begeisterung war in der Tat gross und da die Kinder absolut keine Vorkenntnisse hatten, habe ich einfach eine Stunde lang die persoenliche Vorstellung mit ihnen geuebt, was ihnen sichtlich Spass gemacht hat.
Am Freitag fiel dann die Schule ganz spontan aus, weil die Lehrer eine Versammlung abhielten. Sowas wird hier nicht auf den Nachmittag gelegt, wie bei uns, sondern halt in die Unterrichtzeit gelegt. Dann lernen die Schueler halt mal nichts.
Dienstags ist immer Markttag in El Salado. Dann wimmelt das kleine Dorf vor Autos, Haendlern und Staenden. Viele Maenner kommen auf dem Pferd ins Dorf geritten, so dass es ein bisschen wie in einem Western anmutet.
Auch ein Gesundheitsmobil vom Ministerium kam ins Dorf, um sich um die Gesundheit der Kinder zu kuemmern. Vielleicht koennen wir ja mit Hilfe der Aerzte ein Zahnputzprogramm auf die Beine stellen. Denn die Zahngesundheit der Dorfkinder ist eine Katastrophe. Viele haben mit Sicherheit noch keine Zahnbuerste gesehen.
Die Nachmittage verbrachten wir spielend und malend mit den Kinder in der hospedería. Viele Kinder langweilen sich hier oft und schauten meistens schon gegen 2 Uhr durch unsere Kuechenfenster,weil sie es kaum abwarten konnten, dass endlich das Spielprogramm beginnt.
Freitag Mittag sollten wir eigentlich mit dem Buss gen Ambato zurueckfahren, doch der Bus wollte nicht kommen. Nach 45 Minuten fuhr ein junger Mann in einem alten VW-Kaefer vorbei und hat uns freundlicherweise mitgenommen. Er stellte sich als David aus Guaranda vor. Es war eine sehr witztige Fahrt zu viert mit drei Rucksaecken und jeder Menge Salsamusik.
Gestern waren wir dann in Quillan bei Anita eingeladen. Sie hat ein eigenes Restaurant mit Forellenzucht, das mitten in einem gruenen Tal voller Bananenbaeume und exotischen Blumen liegt. Nach einem wunscherschoenen Spaziergang, der mich an die Tropenhaeuser des Bontanischen Gartens in Kiel erinnerte, gab´s dann fuer jeden eine gebratene Forelle mit Kartoffeln, Reis, Avocado und Bananchips, typisch ecuadorischen eben.
Lecker Forelle!
Forellenbecken und Restaurant
Spaziergang im Bananenhain
Heute heisst es mal wieder fuer die naechste Woche einkaufen und morgen beginnt dann unsere zweite Woche in den Bergen mit eigenem Unterricht. Mal schauen, was uns wieder alles passiert!
Bis dahin. Muchos saludos.
Eure Marijke
Samstag, 8. Oktober 2011
Die Huette in den Bergen
¡Hola und Buenas noches!
Nach drei Tagen in der doerflichen Abgeschiedenheit gibt es Einiges zu berichten.
Am Mittwoch morgen ging es nun endlich fuer ein paar Tage nach El Salado in unsere Berghuette.
Stalin, Silvias Mann, war so nett, uns mit Sack und Pack nach oben zu befoerdern. Das war unser Glueck, denn der Wagen des Bildungsministeriums, der uns eigentlich nach oben bringen sollte, dann aber doch nachkam, ist wohl auf der Strecke mehrfach verreckt.
Oben angekommen, gingen wir zuerst mit allen moeglichen Ministeriumsmitarbeitern in die Schule, wo wir uns zu einer kurzen Vorstellungsrunde im Zimmer des Direktors einfanden. Dieses Zimmer erinnerte mehr an eine grosse Abstellkammer als an ein Buero. In der Raummitte befand sich ein derangiertes Motorrad aufgebockt, umgeben von Tischen, Stuehlen, einem Schreibtisch mit PC, Drucker etc.
Die Lehrer machten allesamt einen netten Eindruck und schienen sich ueber unsere Ankunft zu freuen.
Darauf folgte eine kurze Visite in einer der Lerngruppen, in der Schueler der 5., 6.und 7. Klasse im Alter von 8 bis 13 Jahren zusammen unterrichtet wurden.( wie bei uns vor 150 Jahren). Die Schueler waren sehr schuechtern, aber auch freundlich und neugierig. Zum Abschied sangen sie sogar noch ein Lied auf Quichua fuer uns.
So wie es aussieht, werden Franzi und ich wohl in Zukunft den Englischunterricht an der Schule schmeissen, da der eigentliche Englischlehrer vor einem Monat gestorben ist.
Trotzdem werden wir ab Montag erstmal nur hospetieren.
Nachmittags und die beiden folgenden Tage verbrachten wir dann damit, die Huette weiter auf Vordermann zu bringen, alle Sachen zu verstauen und endlich mal wieder selbst zu kochen.
Als wir am ersten Abend am Esstisch einen leckeren Gemuesetomateneintopf mit Nudeln genossen, sprach uns Franzi aus dem Herzen:" Lecker, endlich mal wieder Essen mit ordentlich Sosse!"
Das ecuadorianische Essen ist naemlich ziemlich trocken. Oft wird als Hauptgang nur eine Portion Reis oder Nudeln ohne Sosse oder Gemuese, dafuer mit Fleisch serviert.
Den Kamin und jede Menge Kerzen haben wir auch schon angezuendet und ein wenig die Huettenromantik genossen.
Gluecklicherweise haben wir genug Trinkwasser mit nach oben genommen, da die ersten Stunden kein Wasser aus den Haehnen kam und das Leitungswasser soweiso nicht geniessbar ist.
Waehrend wir uns dann ans Aufraeumen, Putzen und Einraeumen machten, hatten wir immer wieder Zaungaeste. Einige Kinder konnten es wohl kaum erwarten, wieder am Nachmittag zu spielen und zu basteln, so dass sie uns manchmal ganz schoen belagerten, in der Hoffnung, dass wir uns um sie kuemmerten.
Nach eingen Versuchen konnten wir sie aber davon ueberzeugen, dass das Nachmittagsprogramm erst naechste Woche stattfindet.
Gestern wollten wir dann mit dem Bus wieder nach Ambato fahren. Dieser kam jedoch nicht wie versprochen um zwoelf sondern gar nicht.
Wie es das Schicksal wollte, waren gerade ein paar Mitarbeiter des Umweltministeriums in der Schule und nahmen uns netterweise in ihrem Jeep mit in die Stadt.
Wieder bei Silvias Gastfamilie bestaetigte sich dann der Verdacht, den ich schon die ganze Woche hatte: Ich habe Floehe!!! :-((( Wahrscheinlich noch nichtmal aus der Huette, weil die verdaechtigen roten Punkte schon am Montag, also vor dem Einzug in die Huette, auftraten.
Ein gruendliche Internetrecherche ergab: Einziges Mittel den Floh loszuwerden ist 1. eine gruendliche Dusche, check! und 2. die Waesche bei min. 60 Grad waschen, upps!!
Aber in Ambatos Waeschereinen sowie in meiner Gastfamilie waschen sie nur mit kaltem Wasser.
Nun, was tun? Ich habe mir erstmal Flohpulver gekauft, dass man auch in die Waschmaschine zur Waesche streuen kann. Zudem werde ich damit auch meinen Schlafsack, die Matraze und Bezuege behandeln.
Keine Macht dem Floh, jawohl!!!! Die juckenden Flohstrassen, die sich meine Beine hoch schlaengeln, behandele ich gerade mit Soventol. Hoffetlich schaffe ich es, ihn loszuwerden, bevor er mich komplett aussaugt.
Seltsamerweise haben Suzi und Franzi keine Floehe, ... oder besser zum Glueck!
Falls einem von euch noch ein bewaehrte Methode einfallt, um Floehe loszuwerden, bitte bei mir melden!!!
Heute habe ich mich ueberwiegend als Taxifahrer fuer die Familie verdingt, da Marta, die Grossmutter, keinen Fuehreschein hat.
Silvia faehrt immer mit Arbeitskollegen zu ihrem 30 Autominuten entfernten Arbeitsplatz. Da sie heute kein Kollege mit zuruecknehmen konnte, war es an mir, der einizen Person mit Fueherschein, gemeinsam mit Marta und den Kindern im Gepaeck den Fahrdienst zu uebernehmen.
Auf dem Rueckweg dann noch an der Mall vorbei, ein Geschenk gekauft. Hatter nie gedacht, dass ich mal einen riesigen Gelaendewagen in eine enge Parkluecke und wieder hinaus manoevieren wuerde. Aber man lernt ja nie aus.
Dabei erinnert Autofahren in Ecuador schon ein wenig an Selbstmord. Die meisten Autofahrer fahren entweder wie die letzten Henker oder total unsicher. Es wird staendig gehupt zum Zeichen, dass man sich selbst gerade die Vorfahrt erteilt. Zudem sind die Kinder nicht angeschnallt, ohne Kindersitz und turnen stattdessen die ganze Zeit im Auto herum, waehrend Mutti oder der Taxifahrer gerade mit 80 km/h! durch die engen Strassen der Innenstadt schuesselt. Einfach nur unverantwortlich!!!
Nun geniesse ich einfach mal meine Ruhe und das Haus fuer mich zu haben, da die Familie auf nem Kindergeburtstag ist.
Morgen haben Franzis Gasteltern uns alle zu einem Ausflug nach Puyo, im Oriente, also im Dschungel eingeladen. Da ich aber mein Antimueckenspray oben in der Huette gelassen habe und in Puyo vor hohem Malaria- und Denguefieberaufkommen gewarnt wird, komme ich lieber nicht mit. Mir reichen schon meine Floehe! Ausserdem brauche ich auch mal einen Tag fuer mich ohne Fremdbestimmung und ohne Kompromisse.
Montag morgen fahren wir dann mit dem Bus, der dann auch hoffetlich faehrt, wieder zurueck nach El Salado. Daher bin ich am Sonntag fuer die naechsten 5 Tage das letzte Mal ueber´s Internet erreichbar.
Erst am Freitag werden wir dann wieder nach Ambato zurueckkehren, dann hoffentlich ohne Floehe!
Also bis dahin. Hasta luego y muchos saludos.
Eure Marijke
Nach drei Tagen in der doerflichen Abgeschiedenheit gibt es Einiges zu berichten.
Am Mittwoch morgen ging es nun endlich fuer ein paar Tage nach El Salado in unsere Berghuette.
Stalin, Silvias Mann, war so nett, uns mit Sack und Pack nach oben zu befoerdern. Das war unser Glueck, denn der Wagen des Bildungsministeriums, der uns eigentlich nach oben bringen sollte, dann aber doch nachkam, ist wohl auf der Strecke mehrfach verreckt.
Oben angekommen, gingen wir zuerst mit allen moeglichen Ministeriumsmitarbeitern in die Schule, wo wir uns zu einer kurzen Vorstellungsrunde im Zimmer des Direktors einfanden. Dieses Zimmer erinnerte mehr an eine grosse Abstellkammer als an ein Buero. In der Raummitte befand sich ein derangiertes Motorrad aufgebockt, umgeben von Tischen, Stuehlen, einem Schreibtisch mit PC, Drucker etc.
Die Lehrer machten allesamt einen netten Eindruck und schienen sich ueber unsere Ankunft zu freuen.
Darauf folgte eine kurze Visite in einer der Lerngruppen, in der Schueler der 5., 6.und 7. Klasse im Alter von 8 bis 13 Jahren zusammen unterrichtet wurden.( wie bei uns vor 150 Jahren). Die Schueler waren sehr schuechtern, aber auch freundlich und neugierig. Zum Abschied sangen sie sogar noch ein Lied auf Quichua fuer uns.
So wie es aussieht, werden Franzi und ich wohl in Zukunft den Englischunterricht an der Schule schmeissen, da der eigentliche Englischlehrer vor einem Monat gestorben ist.
Trotzdem werden wir ab Montag erstmal nur hospetieren.
Nachmittags und die beiden folgenden Tage verbrachten wir dann damit, die Huette weiter auf Vordermann zu bringen, alle Sachen zu verstauen und endlich mal wieder selbst zu kochen.
Als wir am ersten Abend am Esstisch einen leckeren Gemuesetomateneintopf mit Nudeln genossen, sprach uns Franzi aus dem Herzen:" Lecker, endlich mal wieder Essen mit ordentlich Sosse!"
Das ecuadorianische Essen ist naemlich ziemlich trocken. Oft wird als Hauptgang nur eine Portion Reis oder Nudeln ohne Sosse oder Gemuese, dafuer mit Fleisch serviert.
Den Kamin und jede Menge Kerzen haben wir auch schon angezuendet und ein wenig die Huettenromantik genossen.
Gluecklicherweise haben wir genug Trinkwasser mit nach oben genommen, da die ersten Stunden kein Wasser aus den Haehnen kam und das Leitungswasser soweiso nicht geniessbar ist.
Waehrend wir uns dann ans Aufraeumen, Putzen und Einraeumen machten, hatten wir immer wieder Zaungaeste. Einige Kinder konnten es wohl kaum erwarten, wieder am Nachmittag zu spielen und zu basteln, so dass sie uns manchmal ganz schoen belagerten, in der Hoffnung, dass wir uns um sie kuemmerten.
Nach eingen Versuchen konnten wir sie aber davon ueberzeugen, dass das Nachmittagsprogramm erst naechste Woche stattfindet.
Gestern wollten wir dann mit dem Bus wieder nach Ambato fahren. Dieser kam jedoch nicht wie versprochen um zwoelf sondern gar nicht.
Wie es das Schicksal wollte, waren gerade ein paar Mitarbeiter des Umweltministeriums in der Schule und nahmen uns netterweise in ihrem Jeep mit in die Stadt.
Wieder bei Silvias Gastfamilie bestaetigte sich dann der Verdacht, den ich schon die ganze Woche hatte: Ich habe Floehe!!! :-((( Wahrscheinlich noch nichtmal aus der Huette, weil die verdaechtigen roten Punkte schon am Montag, also vor dem Einzug in die Huette, auftraten.
Ein gruendliche Internetrecherche ergab: Einziges Mittel den Floh loszuwerden ist 1. eine gruendliche Dusche, check! und 2. die Waesche bei min. 60 Grad waschen, upps!!
Aber in Ambatos Waeschereinen sowie in meiner Gastfamilie waschen sie nur mit kaltem Wasser.
Nun, was tun? Ich habe mir erstmal Flohpulver gekauft, dass man auch in die Waschmaschine zur Waesche streuen kann. Zudem werde ich damit auch meinen Schlafsack, die Matraze und Bezuege behandeln.
Keine Macht dem Floh, jawohl!!!! Die juckenden Flohstrassen, die sich meine Beine hoch schlaengeln, behandele ich gerade mit Soventol. Hoffetlich schaffe ich es, ihn loszuwerden, bevor er mich komplett aussaugt.
Seltsamerweise haben Suzi und Franzi keine Floehe, ... oder besser zum Glueck!
Falls einem von euch noch ein bewaehrte Methode einfallt, um Floehe loszuwerden, bitte bei mir melden!!!
Heute habe ich mich ueberwiegend als Taxifahrer fuer die Familie verdingt, da Marta, die Grossmutter, keinen Fuehreschein hat.
Silvia faehrt immer mit Arbeitskollegen zu ihrem 30 Autominuten entfernten Arbeitsplatz. Da sie heute kein Kollege mit zuruecknehmen konnte, war es an mir, der einizen Person mit Fueherschein, gemeinsam mit Marta und den Kindern im Gepaeck den Fahrdienst zu uebernehmen.
Auf dem Rueckweg dann noch an der Mall vorbei, ein Geschenk gekauft. Hatter nie gedacht, dass ich mal einen riesigen Gelaendewagen in eine enge Parkluecke und wieder hinaus manoevieren wuerde. Aber man lernt ja nie aus.
Dabei erinnert Autofahren in Ecuador schon ein wenig an Selbstmord. Die meisten Autofahrer fahren entweder wie die letzten Henker oder total unsicher. Es wird staendig gehupt zum Zeichen, dass man sich selbst gerade die Vorfahrt erteilt. Zudem sind die Kinder nicht angeschnallt, ohne Kindersitz und turnen stattdessen die ganze Zeit im Auto herum, waehrend Mutti oder der Taxifahrer gerade mit 80 km/h! durch die engen Strassen der Innenstadt schuesselt. Einfach nur unverantwortlich!!!
Nun geniesse ich einfach mal meine Ruhe und das Haus fuer mich zu haben, da die Familie auf nem Kindergeburtstag ist.
Morgen haben Franzis Gasteltern uns alle zu einem Ausflug nach Puyo, im Oriente, also im Dschungel eingeladen. Da ich aber mein Antimueckenspray oben in der Huette gelassen habe und in Puyo vor hohem Malaria- und Denguefieberaufkommen gewarnt wird, komme ich lieber nicht mit. Mir reichen schon meine Floehe! Ausserdem brauche ich auch mal einen Tag fuer mich ohne Fremdbestimmung und ohne Kompromisse.
Montag morgen fahren wir dann mit dem Bus, der dann auch hoffetlich faehrt, wieder zurueck nach El Salado. Daher bin ich am Sonntag fuer die naechsten 5 Tage das letzte Mal ueber´s Internet erreichbar.
Erst am Freitag werden wir dann wieder nach Ambato zurueckkehren, dann hoffentlich ohne Floehe!
Also bis dahin. Hasta luego y muchos saludos.
Eure Marijke
Dienstag, 4. Oktober 2011
Die erste Woche in Ambato - Wechselbad der Gefuehle
Willkommen zu einem neuen post!
Dieses Mal aus Ambato. Am letzten Mittwoch geht es tatsaechlich weiter. César, einer unserer Ansprechpartner kommt am spaeten Nachmittag zu uns ins Hostal, um uns abzuholen.
Nach Ambato sollen wir mit einem Langsteckentaxi fahren. Zur Erklaerung: Es gibt hier Taxen, die zwischen den grossen Staedten hin und herpendeln.
Aufgrund ecuadorianischer Verplantheit kommt das Taxi dann nicht um 18.30 sondern erst um 20.30 Uhr, so dass wir Ambato um 22.00 Uhr erreichen. Die Wartezeit verbringen wir damit, César naeher kennen zu lernen und ueber die hospedería (das Gaestehaus im Bergdorf) zu sprechen.
Da Franzis und meine Gasteltern so spaet nicht mehr kommen koennen, duerfen wir bei Silvia und ihrer Famlie uebernachten. Suzis Gastfamilie laesst es sich jedoch nicht nehmen und kommt noch spaet abends vorbei, um sie abzuholen.
Franzi und ich werden am naechsten morgen herzlich von Marta, der Grossmutter, begruesst und mit dem typischen ecuadorianischen Fruehstueck (Fruchtsaft, ein Broetchen mit Wurst oder Kaese) verpflegt.
Soweit scheint alles in eine positive Richtung zu laufen, was sich jedoch am Donnerstagabend fuer mich recht bald aendert, als mich mein Gastvater abholt.
Als er Silvias Haus betritt, ist er mir leider auf der Stelle unsympathisch.
Und so nimmt dann die kleine Oddyssee ihren Lauf:
Dieses ungute Gefuehl bestaetigt sich dann leider erneut, als ich das Haus meiner Gastfamilie betrete, das weitab vom Zentrum in einem eher aermlichen Viertel liegt. Der moderne Neubau ist von einer hohen Mauer und einem Elektrozaun gegen die armen Nachbarn umgeben und versprueht den Charm eines Luxushochsicherheitsgefaengnisses. Die Familienmitglieder strahlen eher eine aufgesetzte Freundlichkeit als Herzlichkeit aus, die bei mir sofort ein ziemliches Unwohlsein ausloest.
Mein Schlafzimmer ist eigentlich das Zimmer der neunjaehrigen Tochter und hat noch kein Licht, so dass ich mich im Schein meiner Stirnlampe zurechtfinden muss. Im supermodernen Badezimmer nebenan fehlt das Klopapier sowie die Sauberkeit und die Toilette verstroemt einen scharfen Uringeruch.
Und es geht sogar noch weiter: Am naechsten Morgen bin ich allein im Haus (die Eltern auf der Arbeit, die Kinder in der Schule.)
In der zugemuellten Kueche sowie im Kuehlschrank gibt es nichts richtiges zu essen. Gluecklicherweise habe ich noch einen Muffin aus Quito, der somit mein Fruehstueck darstellt und den ich mir auf der Dachterrasse einverleiben will.
Dort oben angekommen, erlebe ich dann gleich die naechste "Uebelraschung": Auf die Terrasse wird der Hundewelpe der mitteleren Tochter ueber den Tag abgeschoben, ohne Spielzeug, nur mit etwas Wasser und Trockenfutter muss er dort von morgens bis abends alleine ausharren. Nebenbei scheisst er denn auch noch die ganze Terrasse voll, der arme Kleine.
Zusammenfassend ein ziemliches Trauerspiel, was ich kurzerhand beschliesse nicht laenger auszuhalten.
Da ich darueber hinaus noch dringend meine Waesche waschen muss und im Haus keine Waschmaschine ist, packe ich meine Waesche zusammen, nehme meine Handtasche und mache mich auf den Weg in die Stadt, um mir dort endlich etwas zu trinken zu kaufen, einenWaschsalon zu finden und zu Silvias Haus zurueck zu gehen, wohl wissend, dass sich Marta immer ueber ein bisschen Gesellschaft freut.
Nach 1 1/2 Stunden Fussmarsch komme ich bei ihnen an und natuerlich fragen sie mich, ob ich mich bei meinen Gasteltern wohlfuehle. So diplomatisch wie es mein Spanisch es zulaesst, erzaehle ich ihnen von meinen Erlebnissen, woraufhin Silvia beschliesst, dass ich besser bei ihr und ihrer Familie aufgehoben bin.
Nun, der Rest dieser Geschichte ist nicht der Rede wert, jedenfalls wohne ich seit letztem Freitag bei Silvia und ihrer Familie. Ihre beiden suessen Toechter (5 und 2 Jahre alt) haben mich sofort in ihr Herz geschlossen genauso wie die Grossmutter.Hier geht es mir deutlich besser, zumal Franzis Gasteltern nur zwei Haeuser weiter wohnen.
Am Samstag sind Franzi, Suzi und ich dann gemeinsam mit Silvia und Familie ins Bergdorf El Salado gefahren und haben erstmal unser Haus dort auf Vordermann gebracht.
Nun ist dieses wieder halbwegs wohnlich. Es hat sogar einen gut funktionierenden Kamin und eine Haengematte. Die Badezimmer muessen allerdings noch etwas beackert werden, da von drei Waschbecken nur eines funktioniert und die Duschen kein Wasser haben.
Aber das wird schon noch werden.
Mein Zimmer kurz nach der Reinigung
eines der Klos
unser "Kuehlschrank" und Abstellraum
das Team "Sauberkeit":vordere Reihe: Thais, Marijke, Suzis Gastmutter, Silvia mit Aylin,
Hintere Reihe: Suzis Gastschwester und -bruder, Franzi, Suzi, Stalin, zwei Dorfbewohner, die bei der Reinigung des Grundstuecks geholfen haben.
die Essecke
Am Sonntag ist dann erstmal ein Grosseinkauf angesagt, da uns noch einige Sachen fuer unsere Huette fehlen.
Gestern sind wir mit Anita, einer weiteren Ansprechpartnerin durch Ambato gezogen, haben alle wichtige Ministerien besucht und hatten ein Gespraech mit dem Direktor des Bildungsministeriums.
Morgen werden wir wieder nach El Salado fahren, um dort bis Freitag in der hospedería zu wohnen, uns einzurichten und uns den Lehrern der dortigen Schule vorzustellen.
Naechste Woche fangen wir an zu hospetieren und unsere Zimmer zu streichen. Vielleicht koennen wir dann ja schon den ersten Spielenachmittag fuer die Kinder anbieten.
Mal sehen, was die restliche Woche uns noch so bringt.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr geniesst den scheinbar schoenen, goldenen Oktober daheim!
Bis bald und ganz liebe Gruesse.
Eure Marijke
P.S.: Da ich von diesem PC hier gerade nicht auf meine SD-Karte zugreifen kann, reiche ich die Fotos zu diesem post nach.
Dieses Mal aus Ambato. Am letzten Mittwoch geht es tatsaechlich weiter. César, einer unserer Ansprechpartner kommt am spaeten Nachmittag zu uns ins Hostal, um uns abzuholen.
Nach Ambato sollen wir mit einem Langsteckentaxi fahren. Zur Erklaerung: Es gibt hier Taxen, die zwischen den grossen Staedten hin und herpendeln.
Aufgrund ecuadorianischer Verplantheit kommt das Taxi dann nicht um 18.30 sondern erst um 20.30 Uhr, so dass wir Ambato um 22.00 Uhr erreichen. Die Wartezeit verbringen wir damit, César naeher kennen zu lernen und ueber die hospedería (das Gaestehaus im Bergdorf) zu sprechen.
Da Franzis und meine Gasteltern so spaet nicht mehr kommen koennen, duerfen wir bei Silvia und ihrer Famlie uebernachten. Suzis Gastfamilie laesst es sich jedoch nicht nehmen und kommt noch spaet abends vorbei, um sie abzuholen.
Franzi und ich werden am naechsten morgen herzlich von Marta, der Grossmutter, begruesst und mit dem typischen ecuadorianischen Fruehstueck (Fruchtsaft, ein Broetchen mit Wurst oder Kaese) verpflegt.
Soweit scheint alles in eine positive Richtung zu laufen, was sich jedoch am Donnerstagabend fuer mich recht bald aendert, als mich mein Gastvater abholt.
Als er Silvias Haus betritt, ist er mir leider auf der Stelle unsympathisch.
Und so nimmt dann die kleine Oddyssee ihren Lauf:
Dieses ungute Gefuehl bestaetigt sich dann leider erneut, als ich das Haus meiner Gastfamilie betrete, das weitab vom Zentrum in einem eher aermlichen Viertel liegt. Der moderne Neubau ist von einer hohen Mauer und einem Elektrozaun gegen die armen Nachbarn umgeben und versprueht den Charm eines Luxushochsicherheitsgefaengnisses. Die Familienmitglieder strahlen eher eine aufgesetzte Freundlichkeit als Herzlichkeit aus, die bei mir sofort ein ziemliches Unwohlsein ausloest.
Mein Schlafzimmer ist eigentlich das Zimmer der neunjaehrigen Tochter und hat noch kein Licht, so dass ich mich im Schein meiner Stirnlampe zurechtfinden muss. Im supermodernen Badezimmer nebenan fehlt das Klopapier sowie die Sauberkeit und die Toilette verstroemt einen scharfen Uringeruch.
Und es geht sogar noch weiter: Am naechsten Morgen bin ich allein im Haus (die Eltern auf der Arbeit, die Kinder in der Schule.)
In der zugemuellten Kueche sowie im Kuehlschrank gibt es nichts richtiges zu essen. Gluecklicherweise habe ich noch einen Muffin aus Quito, der somit mein Fruehstueck darstellt und den ich mir auf der Dachterrasse einverleiben will.
Dort oben angekommen, erlebe ich dann gleich die naechste "Uebelraschung": Auf die Terrasse wird der Hundewelpe der mitteleren Tochter ueber den Tag abgeschoben, ohne Spielzeug, nur mit etwas Wasser und Trockenfutter muss er dort von morgens bis abends alleine ausharren. Nebenbei scheisst er denn auch noch die ganze Terrasse voll, der arme Kleine.
Zusammenfassend ein ziemliches Trauerspiel, was ich kurzerhand beschliesse nicht laenger auszuhalten.
Da ich darueber hinaus noch dringend meine Waesche waschen muss und im Haus keine Waschmaschine ist, packe ich meine Waesche zusammen, nehme meine Handtasche und mache mich auf den Weg in die Stadt, um mir dort endlich etwas zu trinken zu kaufen, einenWaschsalon zu finden und zu Silvias Haus zurueck zu gehen, wohl wissend, dass sich Marta immer ueber ein bisschen Gesellschaft freut.
Nach 1 1/2 Stunden Fussmarsch komme ich bei ihnen an und natuerlich fragen sie mich, ob ich mich bei meinen Gasteltern wohlfuehle. So diplomatisch wie es mein Spanisch es zulaesst, erzaehle ich ihnen von meinen Erlebnissen, woraufhin Silvia beschliesst, dass ich besser bei ihr und ihrer Familie aufgehoben bin.
Nun, der Rest dieser Geschichte ist nicht der Rede wert, jedenfalls wohne ich seit letztem Freitag bei Silvia und ihrer Familie. Ihre beiden suessen Toechter (5 und 2 Jahre alt) haben mich sofort in ihr Herz geschlossen genauso wie die Grossmutter.Hier geht es mir deutlich besser, zumal Franzis Gasteltern nur zwei Haeuser weiter wohnen.
Am Samstag sind Franzi, Suzi und ich dann gemeinsam mit Silvia und Familie ins Bergdorf El Salado gefahren und haben erstmal unser Haus dort auf Vordermann gebracht.
Nun ist dieses wieder halbwegs wohnlich. Es hat sogar einen gut funktionierenden Kamin und eine Haengematte. Die Badezimmer muessen allerdings noch etwas beackert werden, da von drei Waschbecken nur eines funktioniert und die Duschen kein Wasser haben.
Aber das wird schon noch werden.
Mein Zimmer kurz nach der Reinigung
eines der Klos
unser "Kuehlschrank" und Abstellraum
das Team "Sauberkeit":vordere Reihe: Thais, Marijke, Suzis Gastmutter, Silvia mit Aylin,
Hintere Reihe: Suzis Gastschwester und -bruder, Franzi, Suzi, Stalin, zwei Dorfbewohner, die bei der Reinigung des Grundstuecks geholfen haben.
die Essecke
Am Sonntag ist dann erstmal ein Grosseinkauf angesagt, da uns noch einige Sachen fuer unsere Huette fehlen.
Gestern sind wir mit Anita, einer weiteren Ansprechpartnerin durch Ambato gezogen, haben alle wichtige Ministerien besucht und hatten ein Gespraech mit dem Direktor des Bildungsministeriums.
Morgen werden wir wieder nach El Salado fahren, um dort bis Freitag in der hospedería zu wohnen, uns einzurichten und uns den Lehrern der dortigen Schule vorzustellen.
Naechste Woche fangen wir an zu hospetieren und unsere Zimmer zu streichen. Vielleicht koennen wir dann ja schon den ersten Spielenachmittag fuer die Kinder anbieten.
Mal sehen, was die restliche Woche uns noch so bringt.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr geniesst den scheinbar schoenen, goldenen Oktober daheim!
Bis bald und ganz liebe Gruesse.
Eure Marijke
P.S.: Da ich von diesem PC hier gerade nicht auf meine SD-Karte zugreifen kann, reiche ich die Fotos zu diesem post nach.
Dienstag, 27. September 2011
Quito
Hallo, Freunde der Sonne,
vorweg: Es ist endlich vollbracht, ich habe meinen censo (dt. ecuadorianische ID). Yeehhaaa!!!!
Bevor wir das laute und abgasgeschwaengerte Quito vermutlich morgen gen Ambato verlassen, hier nur kurz ein paar Eindruecke von Ecuadors Hauptstadt.
Nachdem ich die ersten Tage hier nur irgendwelchen Formularen, Rucksaecken und Beamten hinterhergelaufen bin, konnte ich mir am Wochenende endlich mal ein bisschen Quito und Umgebung anschauen.
Gemeinsam mit Franzi und Suzi, die seit Samstag ebenfalls bei mir im Hostal wohnen, und zwei Schweizerinnen von ihrer Sprachschule ging´s rauf auf Quitos Hausvulkan, den Pinchincha: 4100 m hoch, mit einer Seilbahn erreichbar und nur noch ganz selten aktiv (letzter Ausbruch: 1999).*toi,toi,toi*
Mit dem Vorhaben Quito von oben bei Dunkeheit zu fotografieren, verblieben wir ein paar Stunden dort oben und genossen die atemberaubende Aussicht.
Die Hoehe machte mir ueberraschenderweise ueberhaupt nichts aus. Das laesst natuerlich hoffen fuer den Aufenthalt in unserer Huette auf 3600 m.
Leider wurde unser Plan durch aufziehenden Nebel durchkreuzt, so dass wir gegen 18 Uhr, in voelliger Dunkelheit wieder runtergondelten mitten in den Platzregen hinein.
Nach einer Taxifahrt durch halb geflutete Strassen wieder zum Hostel, genossen wir durchnaesst erstmal ein paar Vitaminbomben in Form einiger Tropenfruechte:
Eine Pitahaya; sieht aus wie eine gelbe Handgranate, hat weisses Fruchtfleisch mit kleinen braunen Kernen zum Mitessen, Geschmack: suesslich, sehr saftig. Bis dato meine Lieblingsfrucht.
Eine Grenadilla, aussen hart und innen ganz weich, ehrlich! ;-) Das Fruchtfleisch sieht aus wie ein weisser, schleimiger Granatapfel, schmeckt sehr suess und ist zum Ausloeffeln. (Der Adapter dient uebrigens als Massstab)
Den Sonntag verbrachten wir dann in der Altstadt, wo wir eine abgefahrene Basilika besichtigten und uns die Altstadt anschauten, die mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe erklaert wurde.
Sicht auf Quitos Altstadt von der Basilika aus
die Altstadt
Nachdem nun die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten besucht und alle Censos beantragt wurden, hoffen wir, dass wir heute noch gruenes Licht bekommen und morgen ins beschauliche und ruhige Ambato zu unseren Kontaktpersonen Silvia und Anita sowie zu unseren Gastfamilien reisen koennen.
Dort, so sieht es die Planug vor, sollen wir uns erstmal eine Woche akklimatisieren und ggf. schon mal unserer Huette im Bergdorf El Salado einen Besuch abstatten. Wie es scheint, muss dort noch eine Menge geputzt und gepinselt werden, bevor wir es uns so richtig gemuetlich machen koennen.
Wenn also alles nach Plan lauft, wird bereits mein naechster Post aus Ambato kommen.
Zum Abschluss die Fotos von meinem Rucksack vor der Wiederbelebung und dem Schutzbeutel:
Bis bald und alles Gute.
Eure Marijke
vorweg: Es ist endlich vollbracht, ich habe meinen censo (dt. ecuadorianische ID). Yeehhaaa!!!!
Bevor wir das laute und abgasgeschwaengerte Quito vermutlich morgen gen Ambato verlassen, hier nur kurz ein paar Eindruecke von Ecuadors Hauptstadt.
Nachdem ich die ersten Tage hier nur irgendwelchen Formularen, Rucksaecken und Beamten hinterhergelaufen bin, konnte ich mir am Wochenende endlich mal ein bisschen Quito und Umgebung anschauen.
Gemeinsam mit Franzi und Suzi, die seit Samstag ebenfalls bei mir im Hostal wohnen, und zwei Schweizerinnen von ihrer Sprachschule ging´s rauf auf Quitos Hausvulkan, den Pinchincha: 4100 m hoch, mit einer Seilbahn erreichbar und nur noch ganz selten aktiv (letzter Ausbruch: 1999).*toi,toi,toi*
Mit dem Vorhaben Quito von oben bei Dunkeheit zu fotografieren, verblieben wir ein paar Stunden dort oben und genossen die atemberaubende Aussicht.
Die Hoehe machte mir ueberraschenderweise ueberhaupt nichts aus. Das laesst natuerlich hoffen fuer den Aufenthalt in unserer Huette auf 3600 m.
Leider wurde unser Plan durch aufziehenden Nebel durchkreuzt, so dass wir gegen 18 Uhr, in voelliger Dunkelheit wieder runtergondelten mitten in den Platzregen hinein.
Nach einer Taxifahrt durch halb geflutete Strassen wieder zum Hostel, genossen wir durchnaesst erstmal ein paar Vitaminbomben in Form einiger Tropenfruechte:
Eine Pitahaya; sieht aus wie eine gelbe Handgranate, hat weisses Fruchtfleisch mit kleinen braunen Kernen zum Mitessen, Geschmack: suesslich, sehr saftig. Bis dato meine Lieblingsfrucht.
Eine Grenadilla, aussen hart und innen ganz weich, ehrlich! ;-) Das Fruchtfleisch sieht aus wie ein weisser, schleimiger Granatapfel, schmeckt sehr suess und ist zum Ausloeffeln. (Der Adapter dient uebrigens als Massstab)
Den Sonntag verbrachten wir dann in der Altstadt, wo wir eine abgefahrene Basilika besichtigten und uns die Altstadt anschauten, die mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe erklaert wurde.
Sicht auf Quitos Altstadt von der Basilika aus
die Altstadt
Nachdem nun die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten besucht und alle Censos beantragt wurden, hoffen wir, dass wir heute noch gruenes Licht bekommen und morgen ins beschauliche und ruhige Ambato zu unseren Kontaktpersonen Silvia und Anita sowie zu unseren Gastfamilien reisen koennen.
Dort, so sieht es die Planug vor, sollen wir uns erstmal eine Woche akklimatisieren und ggf. schon mal unserer Huette im Bergdorf El Salado einen Besuch abstatten. Wie es scheint, muss dort noch eine Menge geputzt und gepinselt werden, bevor wir es uns so richtig gemuetlich machen koennen.
Wenn also alles nach Plan lauft, wird bereits mein naechster Post aus Ambato kommen.
Zum Abschluss die Fotos von meinem Rucksack vor der Wiederbelebung und dem Schutzbeutel:
Bis bald und alles Gute.
Eure Marijke
Freitag, 23. September 2011
Glueck im Unglueck
Hallo, ihr Lieben,
hier der erste post aus Ecuador!
Nachdem die letzten Vorbereitungen getroffen waren, ging es am 20. September endlich los. Der Flug nach Quito verlief ohne Zwischenfaelle. Sogar der Transit in den USA klappte trotz immigration office, Zoll und Sicherheitscheck reibungslos.
In Quito angekommen, dann der grosse Schock: Ich erblickte meinen Rucksack, der in seinem Schutzbeutel auf dem Kofferband vor mir lag. Die erste Freude darueber, dass er sofort das richtige Ziel erreichte, verflog in Sekunden, als ich den voellig zerfetzten Beutel sah, ganz so als waere er irgendwo in ein Getriebe gekommen und gewaltsam herausgerissen worden.(Fotos folgen im nachsten post)
Der Rucksack bot einen traurigen Anblick: das Tragesystem, die Schultergurte, waren an einigen Stellen gerissen und der Rucksack hatte auf der Rueckseite einige Loecher. Es war ein kompletter Totalschaden.
Doch bei allem Unglueck hatte ich auch das Glueck, dass ich im Flugzeug Diego, einen franzoesisch-schweizerischen Diplomaten kennenlernte, der mir erstens sofort half, den Schaden von einer Mitarbeiterin aufnehmen zu lassen und zweitens mit mir im Taxi zu meinem Hostal fuhr, da er auch ganz in der Naehe sein Hotel hatte.
Das Taxifahern ist hier auch so ein Abenteuer fuer sich: Hinten auf der Rueckbank gibt es naemlich keine Gurte und per Gesetz muessen nur Fahrer und Beifahrer angeschnallt sein. Dazu fahren die taxistas wie die Wildsaeue. Rote Ampeln werden gnadenlos ueberfahren stattdessen wir einfach vor der Kreuzung gehupt, damit der kreuzende Verkehr weiss, dass er bremsen sollte, ufff!
Nun, im Hostal ankommen der weitere glueckliche Zufall: Die beiden Hostelbetreiber sind beide total nett und sprechen beide deutsch, was mir in meiner Uebermuedung erstmal sehr entgegenkam. Sie sollten mir die naechsten Tage eine grosse Hilfe beim Einleben sein.
Gerd, der Besitzer, 82 Jahre alt, Hamburger und seemaennisches Original hat das Hostal vor zehn Jahren, also mit 72 Jahren, eroeffnet und ist sehr auf Sauberkeit und Sicherheit bedacht, weswegen ich mich auf der Stelle sehr wohlfuehle.
Nun, gestern ging´s dann wieder zum Flughafen, um den Rucksack zu reklamieren und somit direkt ins naechste Unglueck:
American Airlines weigerte sich mir einen Scheck fuer meinen total zerstoerten Rucksack auszustellen.
Einzige Moeglichkeit: American Airlines laesst den Rucksack im Flughafen reparieren, wenn dass nicht geht, wird er weiter nach Dallas ! geschickt, Dauer. 3 Wochen. Wenn sie ihn da nicht repariert kriegen, dann schicken sie mir einen neuen Rucksack, von welcher Qualitaet und Groesse auch immer.
In Anbetracht der Tatsache, dass ich am Mittwoch weiter reisen muss und dann den Rucksack brauche, eine absolut inakzeptable Loesung und dreist noch obendrein.
Ausserdem muesste ich mir dann ja einen Neuen kaufen, der mal eben 140 $ (100 Euro) kosten wuerde, wie eigene Recherche bewies. Und dann auch noch selber bezahlen!!
Ich verfluche also kurz innerlich American Airlines, schwore mir nie wieder mit diesem Verein zu fliegen und entscheide mich meinen Rucksack eben selber zu reparieren, was ich im uebrigen schon erfolgreich getan haben. Besser haetten die inkompetenten Nasen vom Flughafen es auch nicht gemacht!
Mittlerweile habe ich schon mein Visum registrieren lassen, auch nicht ganz so einfach - Die Buerokratie wurde ja auch schliesslich in Ecuador erfunden- aber der erste Schritt ist geschafft.
Ansonsten sind die quiteños, die Einwohner Quitos, sehr nett und hilfsbereit und auch die Stadt verspricht noch einiges Sehenswertes.
So werde ich am Wochenende dann mit Franzi und Suzi, die mich mittlerweile schon besucht haben, Quito unsicher machen. Dann habe ich endlich mal Zeit fuer´s sightseeing.
Am Dienstag geht¨s dann mit der ecuadorianischen ID in die naechste und letzte Runde, so dass wir alle drei hoffentlich am Mittwoch gen Ambato aufbrechen koennen. Ob das Busfahren genauso abenteurlich ist wie das Taxifahren und wir die Reise ohne Diebstahl etc. ueberstehen werden, schreibe ich euch im naechsten post.
Bis dahin. Eure Marijke
P.S.: Ach ja, ich habe uebrigens die Kommentar- Funktion freigeschaltet. Ihr koennt mir also gerne einen Kommentar hinterlassen, wenn ihr wollt! Wuerde mich sehr freuen :-)!
hier der erste post aus Ecuador!
Nachdem die letzten Vorbereitungen getroffen waren, ging es am 20. September endlich los. Der Flug nach Quito verlief ohne Zwischenfaelle. Sogar der Transit in den USA klappte trotz immigration office, Zoll und Sicherheitscheck reibungslos.
In Quito angekommen, dann der grosse Schock: Ich erblickte meinen Rucksack, der in seinem Schutzbeutel auf dem Kofferband vor mir lag. Die erste Freude darueber, dass er sofort das richtige Ziel erreichte, verflog in Sekunden, als ich den voellig zerfetzten Beutel sah, ganz so als waere er irgendwo in ein Getriebe gekommen und gewaltsam herausgerissen worden.(Fotos folgen im nachsten post)
Der Rucksack bot einen traurigen Anblick: das Tragesystem, die Schultergurte, waren an einigen Stellen gerissen und der Rucksack hatte auf der Rueckseite einige Loecher. Es war ein kompletter Totalschaden.
Doch bei allem Unglueck hatte ich auch das Glueck, dass ich im Flugzeug Diego, einen franzoesisch-schweizerischen Diplomaten kennenlernte, der mir erstens sofort half, den Schaden von einer Mitarbeiterin aufnehmen zu lassen und zweitens mit mir im Taxi zu meinem Hostal fuhr, da er auch ganz in der Naehe sein Hotel hatte.
Das Taxifahern ist hier auch so ein Abenteuer fuer sich: Hinten auf der Rueckbank gibt es naemlich keine Gurte und per Gesetz muessen nur Fahrer und Beifahrer angeschnallt sein. Dazu fahren die taxistas wie die Wildsaeue. Rote Ampeln werden gnadenlos ueberfahren stattdessen wir einfach vor der Kreuzung gehupt, damit der kreuzende Verkehr weiss, dass er bremsen sollte, ufff!
Nun, im Hostal ankommen der weitere glueckliche Zufall: Die beiden Hostelbetreiber sind beide total nett und sprechen beide deutsch, was mir in meiner Uebermuedung erstmal sehr entgegenkam. Sie sollten mir die naechsten Tage eine grosse Hilfe beim Einleben sein.
Gerd, der Besitzer, 82 Jahre alt, Hamburger und seemaennisches Original hat das Hostal vor zehn Jahren, also mit 72 Jahren, eroeffnet und ist sehr auf Sauberkeit und Sicherheit bedacht, weswegen ich mich auf der Stelle sehr wohlfuehle.
Nun, gestern ging´s dann wieder zum Flughafen, um den Rucksack zu reklamieren und somit direkt ins naechste Unglueck:
American Airlines weigerte sich mir einen Scheck fuer meinen total zerstoerten Rucksack auszustellen.
Einzige Moeglichkeit: American Airlines laesst den Rucksack im Flughafen reparieren, wenn dass nicht geht, wird er weiter nach Dallas ! geschickt, Dauer. 3 Wochen. Wenn sie ihn da nicht repariert kriegen, dann schicken sie mir einen neuen Rucksack, von welcher Qualitaet und Groesse auch immer.
In Anbetracht der Tatsache, dass ich am Mittwoch weiter reisen muss und dann den Rucksack brauche, eine absolut inakzeptable Loesung und dreist noch obendrein.
Ausserdem muesste ich mir dann ja einen Neuen kaufen, der mal eben 140 $ (100 Euro) kosten wuerde, wie eigene Recherche bewies. Und dann auch noch selber bezahlen!!
Ich verfluche also kurz innerlich American Airlines, schwore mir nie wieder mit diesem Verein zu fliegen und entscheide mich meinen Rucksack eben selber zu reparieren, was ich im uebrigen schon erfolgreich getan haben. Besser haetten die inkompetenten Nasen vom Flughafen es auch nicht gemacht!
Mittlerweile habe ich schon mein Visum registrieren lassen, auch nicht ganz so einfach - Die Buerokratie wurde ja auch schliesslich in Ecuador erfunden- aber der erste Schritt ist geschafft.
Ansonsten sind die quiteños, die Einwohner Quitos, sehr nett und hilfsbereit und auch die Stadt verspricht noch einiges Sehenswertes.
So werde ich am Wochenende dann mit Franzi und Suzi, die mich mittlerweile schon besucht haben, Quito unsicher machen. Dann habe ich endlich mal Zeit fuer´s sightseeing.
Am Dienstag geht¨s dann mit der ecuadorianischen ID in die naechste und letzte Runde, so dass wir alle drei hoffentlich am Mittwoch gen Ambato aufbrechen koennen. Ob das Busfahren genauso abenteurlich ist wie das Taxifahren und wir die Reise ohne Diebstahl etc. ueberstehen werden, schreibe ich euch im naechsten post.
Bis dahin. Eure Marijke
P.S.: Ach ja, ich habe uebrigens die Kommentar- Funktion freigeschaltet. Ihr koennt mir also gerne einen Kommentar hinterlassen, wenn ihr wollt! Wuerde mich sehr freuen :-)!
Donnerstag, 8. September 2011
Ecuadorianische Fischledertaschen und andere erfreuliche Geschichten
Seit dem letzten post hat sich so einiges getan.
Am Montag und Dienstag habe ich die dritte und letzte Tollwutimpfung bzw. die Gelbfieberimpfung erhalten ... und auch überlebt.
Für letztere musst ich extra ins Reisemedizinische Impfzentrum der Uniklinik Kiel, wo mir nicht nur Lebenimpfstoff unter die Haut gespritzt sondern ich auch mit Infomaterial zu Malaria, Gelbfieber und Co überhäuft wurde.
Da mein erster gelber Impfpass angeblich ein veraltetes Gelbfieberformular enthält, bekam ich dazu noch gleich ein zweites Exemplar nur für die Gelbfieberimpfung. Scheinbar sollte ich das Sammeln von Reisedokumenten zu meinem neuen Hobby erklären.
Gestern war dann der große Tag: Das Visum sollte abgeholt werden!
Also ab nach Hamburg mit einer Mitfahrgelegenheit: Jutta, eine sympathtische Kölner Frohnatur, entpuppte sich im Laufe eines interessanten Gesprächs über Gott und die Welt als Mitbegründerin des Modelables Elbkind.
Eine Firma, die abgefahrene Sachen wie Fischledertaschen herstellt (nein, ich habe mich nicht verschrieben) und auch noch eine Fertigungsstätte in Quito, Ecuador hat!
Da kann man kaum noch an Zufälle glauben, oder??!!
Nach einer angenehmen und kurzweiligen Fahrt ging's dann mit der U-Bahn weiter zum Konsulat.
In der Erwartung ein stark bewachtes Gebäude mit Pförtner und Wachen oder so vorzufinden, machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Haus und wurde eines besseren belehrt:
Das Konsulat befindet sich in einem unscheinbaren Mehrfamilienhaus und statt eines Pförtners und Polizei etc. steht dort nur ein riesiges Baugerüst, das die Fassade verdeckt. Wenn ich nicht das Klingelschild inspiziert und das hinter dem Baugerüst verborgene ecuadorianische Wappen entdeckt hätte, wäre ich wohl ungläubig weitergezogen.
Nun, geklingelt habe ich dann doch, wurde von einer freundlichen Mitarbeiterin des Konsulats empfangen und nach einer geschlagenen Stunde, in der mehrere Antragsformulare akribisch begutachtet, in mehrfacher Ausführung unterschrieben sowie die Visumsgebühr bezahlt wurde, kann mich nun endlich als stolze Besitzerin eines Freiwilligevisums bezeichnen.
Nachdem ich mir aufmerksam versuchte, die endlosen Erläuterungen zur weiteren Vorgehensweise mit dem Visum in Ecuador einzuprägen, verstand ich langsam, was die Dame vom Konsulat meinte, als Sie erwähnte: "Ach, wundern Sie sich besser nicht, die Bürokratie wurde in Ecuador erfunden!
An dieser Stelle deutet sich nun subtil an, dass das Visumsdebakel in Ecuador unter Umständen eine neue Runde einläuten könnte. Nun, wir werden sehen.
Sobald ich das Visum in der Tasche hatte, ließ ich mir noch in Anjas zukünftigem Arbeitsplatz, der Rothenbaum Apotheke, eine Reiseapotheke zusammenstellen.
Abschließend noch kurz bei Globetrotter reingeschaut, um ein Moskitonetz, warme Hüttenschuhe und Pulswärmer zu erstehen (für mich als Frostbeule lebensnotwendig, wenn ich in einer unbeheizten Berghütte leben soll).
Dann ging's auch schon wieder im Zug nach Kiel, in dem sich mir ein junger Reinhold- Messner-Verschnitt gegenübersetzte. Als er meine Globetrottertüte sah, grinste er breit und bald waren wir in ein interessantes Gespräch über's Reisen in Asutralien und Neuseeland vertieft, so dass auch die Rückfahrt wie im Flug verging.
Nun, so langsam aber sicher habe ich alles zusammen, was ich für die Reise und das Leben in Ecuador brauche (Hoffe ich zumindest).
Wie das alles in meinen Trekkingrucksack passen soll, ist mir jedoch noch etwas schleierhaft!
Ob mein Rucksack allerdings tatsächlich ein Fass ohne Boden ist, sehen wir im nächsten post! Also bis dahin!
Am Montag und Dienstag habe ich die dritte und letzte Tollwutimpfung bzw. die Gelbfieberimpfung erhalten ... und auch überlebt.
Für letztere musst ich extra ins Reisemedizinische Impfzentrum der Uniklinik Kiel, wo mir nicht nur Lebenimpfstoff unter die Haut gespritzt sondern ich auch mit Infomaterial zu Malaria, Gelbfieber und Co überhäuft wurde.
Da mein erster gelber Impfpass angeblich ein veraltetes Gelbfieberformular enthält, bekam ich dazu noch gleich ein zweites Exemplar nur für die Gelbfieberimpfung. Scheinbar sollte ich das Sammeln von Reisedokumenten zu meinem neuen Hobby erklären.
Gestern war dann der große Tag: Das Visum sollte abgeholt werden!
Also ab nach Hamburg mit einer Mitfahrgelegenheit: Jutta, eine sympathtische Kölner Frohnatur, entpuppte sich im Laufe eines interessanten Gesprächs über Gott und die Welt als Mitbegründerin des Modelables Elbkind.
Eine Firma, die abgefahrene Sachen wie Fischledertaschen herstellt (nein, ich habe mich nicht verschrieben) und auch noch eine Fertigungsstätte in Quito, Ecuador hat!
Da kann man kaum noch an Zufälle glauben, oder??!!
Nach einer angenehmen und kurzweiligen Fahrt ging's dann mit der U-Bahn weiter zum Konsulat.
In der Erwartung ein stark bewachtes Gebäude mit Pförtner und Wachen oder so vorzufinden, machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Haus und wurde eines besseren belehrt:
Das Konsulat befindet sich in einem unscheinbaren Mehrfamilienhaus und statt eines Pförtners und Polizei etc. steht dort nur ein riesiges Baugerüst, das die Fassade verdeckt. Wenn ich nicht das Klingelschild inspiziert und das hinter dem Baugerüst verborgene ecuadorianische Wappen entdeckt hätte, wäre ich wohl ungläubig weitergezogen.
Nun, geklingelt habe ich dann doch, wurde von einer freundlichen Mitarbeiterin des Konsulats empfangen und nach einer geschlagenen Stunde, in der mehrere Antragsformulare akribisch begutachtet, in mehrfacher Ausführung unterschrieben sowie die Visumsgebühr bezahlt wurde, kann mich nun endlich als stolze Besitzerin eines Freiwilligevisums bezeichnen.
Nachdem ich mir aufmerksam versuchte, die endlosen Erläuterungen zur weiteren Vorgehensweise mit dem Visum in Ecuador einzuprägen, verstand ich langsam, was die Dame vom Konsulat meinte, als Sie erwähnte: "Ach, wundern Sie sich besser nicht, die Bürokratie wurde in Ecuador erfunden!
An dieser Stelle deutet sich nun subtil an, dass das Visumsdebakel in Ecuador unter Umständen eine neue Runde einläuten könnte. Nun, wir werden sehen.
Sobald ich das Visum in der Tasche hatte, ließ ich mir noch in Anjas zukünftigem Arbeitsplatz, der Rothenbaum Apotheke, eine Reiseapotheke zusammenstellen.
Abschließend noch kurz bei Globetrotter reingeschaut, um ein Moskitonetz, warme Hüttenschuhe und Pulswärmer zu erstehen (für mich als Frostbeule lebensnotwendig, wenn ich in einer unbeheizten Berghütte leben soll).
Dann ging's auch schon wieder im Zug nach Kiel, in dem sich mir ein junger Reinhold- Messner-Verschnitt gegenübersetzte. Als er meine Globetrottertüte sah, grinste er breit und bald waren wir in ein interessantes Gespräch über's Reisen in Asutralien und Neuseeland vertieft, so dass auch die Rückfahrt wie im Flug verging.
Nun, so langsam aber sicher habe ich alles zusammen, was ich für die Reise und das Leben in Ecuador brauche (Hoffe ich zumindest).
Wie das alles in meinen Trekkingrucksack passen soll, ist mir jedoch noch etwas schleierhaft!
Ob mein Rucksack allerdings tatsächlich ein Fass ohne Boden ist, sehen wir im nächsten post! Also bis dahin!
Montag, 5. September 2011
Stupor Mundi
Hier nur eine kurze Info:
Wer mehr über die Organisation wissen möchte, mit der ich nach Ecuador gehe, kann sich unter folgendem link informieren:
www.stupor-mundi.org
Wer mehr über die Organisation wissen möchte, mit der ich nach Ecuador gehe, kann sich unter folgendem link informieren:
www.stupor-mundi.org
Dienstag, 30. August 2011
Fortschritte
Hallo, ihr Lieben,
endlich ist es geschafft: Das Konsulat hat nach einigen gefühlten 100 Telefonaten und E-mails das Visum bewilligt!
Am 07.09. kann ich es im Konsulat in Hamburg abholen! Da ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen!
Ein paar Gastgeschenke sind auch schon gekauft: Lübecker Marzipan und zwei Kühlschrankmagnete - bei Ecuadorianern wohl sehr beliebt - mit Lübecker Motiven. Da fragt sich jetzt der geneigte Leser, warum gerade Lübeck? Nun, die Antwort ist simpel, ich war die letzten beiden Tage dort, um meine Oma zu besuchen.
Vielleicht finde ich ja noch einen Magneten mit Kieler Impressionen.
Morgen steht dann die Gelbfieberimpfung auf dem Plan!
Meine beiden Mitstreiterinnen, Franzi und Suzanne, werden bereits übermorgen gen Ecuador aufbrechen, da sie noch einen dreiwöchigen Spanischsprachkurs in Quito absolvieren wollen.
Heute in drei Wochen heißt es dann auch für mich Abschied nehmen und auf in das mir unbekannte Ecuador!
Bis zum nächsten "post".
Eure Marijke
endlich ist es geschafft: Das Konsulat hat nach einigen gefühlten 100 Telefonaten und E-mails das Visum bewilligt!
Am 07.09. kann ich es im Konsulat in Hamburg abholen! Da ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen!
Ein paar Gastgeschenke sind auch schon gekauft: Lübecker Marzipan und zwei Kühlschrankmagnete - bei Ecuadorianern wohl sehr beliebt - mit Lübecker Motiven. Da fragt sich jetzt der geneigte Leser, warum gerade Lübeck? Nun, die Antwort ist simpel, ich war die letzten beiden Tage dort, um meine Oma zu besuchen.
Vielleicht finde ich ja noch einen Magneten mit Kieler Impressionen.
Morgen steht dann die Gelbfieberimpfung auf dem Plan!
Meine beiden Mitstreiterinnen, Franzi und Suzanne, werden bereits übermorgen gen Ecuador aufbrechen, da sie noch einen dreiwöchigen Spanischsprachkurs in Quito absolvieren wollen.
Heute in drei Wochen heißt es dann auch für mich Abschied nehmen und auf in das mir unbekannte Ecuador!
Bis zum nächsten "post".
Eure Marijke
Mittwoch, 24. August 2011
Vorbereitungen
Hallo, ihr Lieben!
Da ist er nun, mein erster Blog und auch mein erster Post! Ich hoffe, dass ich es schaffe, euch mit Hilfe dieses Mediums die nächsten Monate über meine Erlebnisse in Ecuador auf dem Laufenden zu halten.
Zur Zeit stehen sämtliche Impfungen, die Beschaffung der Visumsunterlagen und das Zusammenstellen der Packliste auf dem Programm!
Von der Ausstellung des Visums bin ich nur noch zwei Dokumente entfernt, dann ist es hoffentlich vollbracht!
Sobald sich an der Visumsfront wieder etwas tut und sofern ich die ominöse Gelbfieberimpfung nächste Woche überlebe, werde ich wieder berichten.
Soweit erstmal zum "ersten Kapitel" ;-)
Da ist er nun, mein erster Blog und auch mein erster Post! Ich hoffe, dass ich es schaffe, euch mit Hilfe dieses Mediums die nächsten Monate über meine Erlebnisse in Ecuador auf dem Laufenden zu halten.
Zur Zeit stehen sämtliche Impfungen, die Beschaffung der Visumsunterlagen und das Zusammenstellen der Packliste auf dem Programm!
Von der Ausstellung des Visums bin ich nur noch zwei Dokumente entfernt, dann ist es hoffentlich vollbracht!
Sobald sich an der Visumsfront wieder etwas tut und sofern ich die ominöse Gelbfieberimpfung nächste Woche überlebe, werde ich wieder berichten.
Soweit erstmal zum "ersten Kapitel" ;-)
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