Sonntag, 16. Oktober 2011

El Salado

Hallo, ihr Lieben,

es ist mal wieder Zeit fuer einen neuen post!

Die erste Woche in der hospedería liegt hinter mir und ich bin zufrieden.
Das Leben dort oben entbehrt zwar einigen "Luxus", aber das Huettenleben ist mir ja schon von zahlreichen Wanderurlauben bekannt.
Abends und morgens ist es zwar ziemlich kalt in der Huette, da sie nicht isoliert ist und es nachts gerne mal nur knappe 3-8 grad hat. Aber Dank meines guten Schlafsacks und des Heizluefters, der fast 24/7 heisse Luft in mein Zimmer pustet, ist es alles zu ertragen.

Das Leben haelt dort oben so manche Ueberraschung fuer einen bereit. So hatten wir am Sonntag erstmal fuer drei Stunden kein Wasser. Dann am Dienstag fiel mitten am Abend der Strom aus und kam erst am Mittwoch Mittag wieder. Zum Glueck haben wir jede Menge Kerzen in der Huette und unsere Stirnlampen. Mittwoch war dann noch eine der beiden Toiletten verstopft, die aber durch Franzis tatkraeftigen Einsatz mit Puempel und Klobuerste wieder behoben werden konnte. Noch ungeloest ist das "Problem mit der kalten Dusche, jedoch soll bald ein Handwerker kommen und sich der Sache annehmen. Ihr koennt euch vorstellen, wie ich die Dusche am Freitag bei meiner Gastfamilie genossen habe!

Die Schule ist so ganz anders als in Deuschland. Da die Schule zur Zeit keinen Englisch- sowie Informatikleherer hat, bleiben die Schueler in den besagten Stunden einfach sich selbst ueberlassen, von Aufsichtspflicht hat man hier noch nie etwas gehoert.
Da wir diese Woche nur hospitieren sollten, fiel uns in manchen Stunden erschreckenderweise auf, dass viele Lehrer zwar bemueht aber auch selbst schlecht ausgebildet sind, so dass ihnen manchmal gravierende Fehler unterlaufen. Einmal hatte ich selbst gerade keine Hospitation und habe einfach mal ein paar Schueler aus der 8. Klasse gefragt, ob sie Lust auf ne Englischstunde haetten. Die Begeisterung war in der Tat gross und da die Kinder absolut keine Vorkenntnisse hatten, habe ich einfach eine Stunde lang die persoenliche Vorstellung mit ihnen geuebt, was ihnen sichtlich Spass gemacht hat.
Am Freitag fiel dann die Schule ganz spontan aus, weil die Lehrer eine Versammlung abhielten. Sowas wird hier nicht auf den Nachmittag gelegt, wie bei uns, sondern halt in die Unterrichtzeit gelegt. Dann lernen die Schueler halt mal nichts.

Dienstags ist immer Markttag in El Salado. Dann wimmelt das kleine Dorf vor Autos, Haendlern und Staenden. Viele Maenner kommen auf dem Pferd ins Dorf geritten, so dass es ein bisschen wie in einem Western anmutet.

Auch ein Gesundheitsmobil vom Ministerium kam ins Dorf, um sich um die Gesundheit der Kinder zu kuemmern. Vielleicht koennen wir ja mit Hilfe der Aerzte ein Zahnputzprogramm auf die Beine stellen. Denn die Zahngesundheit der Dorfkinder ist eine Katastrophe. Viele haben mit Sicherheit noch keine Zahnbuerste gesehen.

Die Nachmittage verbrachten wir spielend und malend mit den Kinder in der hospedería. Viele Kinder langweilen sich hier oft und schauten meistens schon gegen 2 Uhr durch unsere Kuechenfenster,weil sie es kaum abwarten konnten, dass endlich das Spielprogramm beginnt.

Freitag Mittag sollten wir eigentlich mit dem Buss gen Ambato zurueckfahren, doch der Bus wollte nicht kommen. Nach 45 Minuten fuhr ein junger Mann in einem alten VW-Kaefer vorbei und hat uns freundlicherweise mitgenommen. Er stellte sich als David aus Guaranda vor. Es war eine sehr witztige Fahrt zu viert mit drei Rucksaecken und jeder Menge Salsamusik.

Gestern waren wir dann in Quillan bei Anita eingeladen. Sie hat ein eigenes Restaurant mit Forellenzucht, das mitten in einem gruenen Tal voller Bananenbaeume und exotischen Blumen liegt. Nach einem wunscherschoenen Spaziergang, der mich an die Tropenhaeuser des Bontanischen Gartens in Kiel erinnerte, gab´s dann fuer jeden eine gebratene Forelle mit Kartoffeln, Reis, Avocado und Bananchips, typisch ecuadorischen eben.
                                                                  Lecker Forelle!
                                                     Forellenbecken und Restaurant
                                            Spaziergang im Bananenhain

Heute heisst es mal wieder fuer die naechste Woche einkaufen und morgen beginnt dann unsere zweite Woche in den Bergen mit eigenem Unterricht. Mal schauen, was uns wieder alles passiert!

Bis dahin. Muchos saludos.
Eure Marijke

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